Montag, 11. September 2017

„Chef, ich bin dann mal Windeln wechseln“ von Mats Winterberg

Geschichten eines Vaters

Gerade ist er Vater geworden. Es ist das schönste Gefühl, dass er je hatte. Doch ganz so einfach wie er sich das vorstellt ist die Vaterrolle nicht. Schon nach der Geburt auf dem Weg nach Hause ist klar, das Buch wird ein Kracher! Komplett Hormon gesteuert lässt er sich über den Haufen fahren und erzählt das ganze so trocken, dass man einen halben Lachanfall bekommt.

Jetzt bin ich doch glatt von der Beschreibung der Geschichte direkt in die Analyse des Schreibstils gerade. Aber ich muss sagen, ich bin begeistert. Der Humor in diesem Buch trifft meinen sehr gut. Man merkt, dass sich der Erzähler nicht allzu ernst nimmt, der den vielen Geschichten bekommt man einen Einblick in den Vater, was aus seiner Sicht gerade geschieht. Teilweise ist die Beschreibung der Szene so urkomisch, dass man wirklich beim Lesen eine Pause machen muss um nicht in Schnappatmung zu verfallen.

Begeisterung macht sich bei mir breit. Ich denke dieses Buch wirklich so schnell nicht loslassen. Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

„Ein ganzes halbes Jahr“ von Jojo Moyes

Ein kritisches Thema


Louisa hat gerade ihren Job in einem Café verloren. Sie machte diesen Job, doch ihr Arbeitgeber musste das Café schließen. Mit verschiedensten Jobs, die definitiv nicht ihre Traumjobs sind versucht sie sich über Wasser zu halten. Eines Tages im Jobcenter bekommt sie eine ganz besondere neue Arbeitsstelle. Sie soll einen Querschnittsgelähmten Mann davon überzeugen, dass es Leben lebenswert ist und er nicht die in der Schweiz erlaubte Sterbehilfe in Anspruch nehmen soll. Es wird ein ganz besonderes, halbes Jahr.

Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, das harte Thema wird durch einfachen Schreibstil sehr gut zugänglich gemacht. Die Charaktere sind gut gezeichnet und somit ist es auch möglich, sich in diese Charaktere hinein zu versetzen.
Trotzdem muss ich sagen, dass das Buch nicht meins ist, ich habe weder mit dem Thema noch mit den Charakteren ein Problem, ich habe ein Problem mit dem Ende. Klar kann ich die Entscheidung, die er trifft nachvollziehen und trotzdem bin ich der Meinung, dass ein falsches Bild beim Leser entsteht, durch dieses Ende.

Da mir das Buch trotzdem sehr gut gefallen hat vergebe ich 4 von 5 Sternen.

Sonntag, 10. September 2017

„Die Liebe die uns bleibt“ von Jenny Eclair

Bei mir leider durchgefallen

Edwina hat viel erlebt in ihrem Leben. Sie lebt in einem alten Haus mit vielen Zimmern. Sie beschließt, das Haus zu verkaufen. Als sie beginnt die einzelnen Zimmer nach Dingen zu durchsuchen, diese behalten möchte dringende verborgene und versteckte Geschichten wieder an die Oberfläche. Sie erlebt ihr von Höhen, Tiefen und Skandalen noch einmal.

Man merkt dem Schreibstil an, dass die Autoren eine bekannte Comedian in Großbritannien ist. In dieser ernsten Geschichte verstecken sich immer wieder kleine Lacher, egal wie ernst die Handlung gerade ist. Im Grunde genommen finde ich das eigentlich ganz gut, doch für meinen Geschmack kommen einige dieser lustigen Einwürfe an Stellen im Buch vor, wo sie meiner Meinung nach nicht hingehören. Durch diese manchmal meiner Meinung nach auch lächerlichen Einwürfe bekommt die Geschichte etwas komisches. Es macht mir die Geschichte und das Verständnis für die einzelnen Protagonisten leider nicht einfacher. Die Hauptfigur Edwina ist eigentlich ganz gut gezeichnet, man kann sie sich wirklich gut vorstellen. Sie ist jedoch nicht die einzige Erzählerin in diesem Buch, es gibt da noch ein paar weitere Protagonisten, die zu Wort kommen. Auch das ist eigentlich eine sehr gute Eigenschaft, doch gefällt mir bei manchen Figuren die Authentizität nicht. Diverse Züge von Personen sind für meinen Geschmack leider einfach nicht ganz so authentisch gezeichnet wie die von Edwina. Bei einer Person habe ich mich sogar wirklich gefragt, ob dieser Abschnitt sein musste, er hat für meinen Geschmack nicht mehr mit der Haupthandlung zu tun gehabt.
Auch die Emotionalität es fehlt mir ein bisschen in diesem Punkt, durch die lustige Einwürfe während die Emotionen total zerstört. Es ist eigentlich eine Geschichte von Schuld und Vergebung, doch im Nachhinein fehlt mir dieser bleibende Eindruck, welcher von Schuld und Vergebung zeugen sollte.

Ich finde es sehr schade, denn es wäre eine Geschichte mit Potenzial gewesen. Mit Potenzial zu einem richtig tollen Buch. Stattdessen habe ich leider etwas vor mir gehabt, was bei mir keine bleibenden Eindruck hinterlässt. Ich vergebe 2 von 5 Sternen. Wirklich schade!

Montag, 4. September 2017

„Der letzte Mohikaner“ von Phil Hubbe

Klasse Fortsetzung

Dieses Werk ist die Fortsetzung einer Cartoonreihe, welche mit dem Buch „Der Stuhl des Manitou“ beginnt. Man kann die Bücher aber auch unabhängig voneinander lesen/anschauen.

Auch in diesem Buch geht es in lustigen Cartoons um die Eingliederung von Menschen mit Handikap in die Gesellschaft. Durch viel Humor dem Leser eine neue Welt offenbart, in die dieser vielleicht sonst nicht blicken könnte. Man muss Behinderte nicht immer mit Samthandschuhen anfassen, es gibt keine Ansteckungsgefahr und eine körperliche Behinderung heißt auch nicht leicht, dass man mental nicht auf gleicher Höhe sein kann wie ein laufender Mensch. Solche Thesen werden dem Leser in unterhaltsamen Cartoons kurz und lustig dargebracht.

Ich denke dieses Buch kann wie auch der 1. Teil dieser Reihe einen guten Einblick in die Welt der Menschen mit Handikap bieten. Auch hier wird nebenbei nicht gerade schonend auf aktuell noch bestehende Missstände in der Umweltgestaltung oder Eingliederung hingewiesen.

Da mir dieses Werk ebenso gut gefällt wie das Erste vergebe ich auch hier 5 von 5 Sternen.

Sonntag, 3. September 2017

„Der Stuhl des Manitou“ von Phil Hubbe

Cartoon mal anders


Es ist immer wieder ein ethischer Streitpunkt, dass man Witze über Randgruppen wie Rollstuhlfahrer/Behinderte machen? Dieses Buch zeigt, dass es durchaus nicht verwerflich ist, Witze über eine bestimmte Randgruppe zu machen. Man muss nur selbst diese Randgruppe angehören und genug Humor mit sich führen. In seinem Buch „Der Stuhl des Manitou“ hat der selbst an Multiple Sklerose erkrankte Autor sehr lustige Cartoons mit dem Fokus auf Handicaps veröffentlicht. Doch ich denke, es ist nicht nur zur Unterhaltung, denn man wird auch auf humoristische Art und Weise auf Missstände im Umgang mit physisch eingeschränkten Personen hingewiesen. Man sieht sehr gut, was heutzutage schon in der Bevölkerung oder der Gestaltung der öffentlichen Umwelt gut klappt und was noch verbesserungswürdig ist.

Ich finde dieses Buch sehr unterhaltsam, es ist nicht wirklich anspruchsvoll, doch man braucht eine Prise Humor um zu verstehen. Ich finde es klasse, dass auch solche Bücher auf dem Markt gibt und dass sie publiziert werden. Das müsste viel öfter so sein. Da mir das ganze sehr gut gefällt und mir jetzt auch keine Kritikpunkte aufgefallen sind vergebe ich doch glatt 5 von 5 Sternen.

Freitag, 1. September 2017

„Kein Rockstar ist auch keine Lösung“ von Sandra Helinski

Wird es ein Happy End geben?

5 Jahre in Australien liegen hinter ihr. Sie ist gerade wieder nach Mannheim zurückgekehrt. Sie möchte ihr Medizinstudium nun endlich beginnen, seit ihrem Abitur sind ja schon einige Jahre vergangen. Um sich die Anmeldegebühr leisten zu können arbeitet sie in einem Restaurant als Kellnerin. Dieser Job liegt ihr jedoch nicht so und ihr Chef ist auch nicht gerade der härteste. Eines Tages taucht eine bekannte bellen im Restaurant auf. Einige Gesichter kommen ihr vage bekannt war. Ist Das nicht Ex?

Die Autoren dieses Buches ist eine bekannte Komikerin aus Großbritannien. Das merkt man auch am Schreibstil, denn es sind immer wieder Stellen im Buch, an welchen Mehrwert, dass sie das ganze nicht so ernst nimmt. Eine gewisse Ironie würde ich behaupten. Es passt sehr gut in dieses Buch, das lockert die Geschichte doch etwas auf.
Ich muss jedoch sagen, dass ohne diesen Humor die Geschichte doch sehr langatmig gewesen wäre. Selbst trotz diesem Humor gab es Stellen, die mir ein bisschen langweilig erschienen. Die ganzen Verwicklungen und Verstrickungen sind ja schön und gut, doch ab einem gewissen Punkt ist es einfach zu viel für mich.
Die Charaktere im allgemeinen sind sehr gut dargestellt und mal mehr, mal weniger sympathisch.

Es ist jetzt nicht gerade sehr gehobene Literatur, doch für entspannte Tage am Strand eignet sich dieses Buch alle Mal. Man wird unterhalten und benötigt nicht allzu viel eigene Denkleistung. Somit vergebe ich tolle 4 von 5 Sternen und sage „weiter so!“.