Mittwoch, 28. Juni 2017

„Ich hab dich im Gefühl“ von Cecelia Ahern

 Eine besondere Geschichte


Joyce ist Schwanger. Sie eilt die Treppe hinunter, denn das Telefon klingelt. Sie fällt und wird ohnmächtig. Im Krankenhaus wacht sie auf und merkt sofort, dass etwas anders ist. Sie hat ihr Kind verloren, ist frisch von ihrem noch Ehemann getrennt, die Scheidung steht bevor. Als sie entlassen wird erträgt sie es nicht, alleine in dem großen Haus zu wohnen, indem sie ihr Kind verloren hat. Viel zu viele Erinnerungen spucken in den Wänden. Kurzerhand sieht sie wieder in ihr Elternhaus ein, zu ihrem ganz besonderen Vater.
Justin ist Gastdozent an einer Universität. Als er zu seiner ersten Gastvorlesung eintrifft begegnet er einer unglaublich attraktiven Dozenten. Sie leitet die Blutspendewoche. Justin, der unglaubliche Angst vor Spritzen hat lässt sich doch tatsächlich von ihr überreden, auch einmal zuzusprechen. Damit beginnt für Justin eine ziemlich verrückte Zeit.

Der Schreibstil ist typisch fürs Cecelia Ahern, sie schreibt mit viel Gefühl und einer Menge Fantasie. Man sieht als Leser denke mit ganz anderen Augen, denn etwas banales wie eine Bluttransfusion wird mit ein bisschen Fantasie zu etwas ganz besonderem.
Die Protagonisten sind mir alle von Anfang an sympathisch gewesen und ich konnte mich gut in sie hineinversetzen. Auch die Darstellung der Charaktere, welche keine Empathie erfordern sehr gut gelungen und zeichnete ein klares Bild der Personen.
Trotzdem geht mir in diesem Buch das Hin und her zwischen wann treffen sich, treffen oder bringt der Zufall wieder etwas dazwischen? Dieses Hin und her hat mir am Anfang noch sehr gut gefallen, dauerte mir dann doch etwas zu sagen. Das Ende wurde leider sehr kurz abgehandelt, hier hätte ich mir glaube ich etwas mehr gewünscht.

Trotzdem ist das Buch nicht schlecht, es regnet Leser dazu an, zu überlegen, ob vielleicht Blutspenden in Fragen kommen würde. Dieses Thema wird am Anfang schön von beiden Seiten beleuchtet, damit der Leser sich ein Urteil bilden kann. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Sonntag, 18. Juni 2017

„Der halbe Mann“ von Florian Sitzmann

Unentschieden


Florian Sitzmann hat bei einem Motorradunfall beide Beine verloren. Über seinen Weg zurück ins Leben schreibt er genannten Buch.

Der Schreibstil ist gut zu lesen und für jeden verständlich geschrieben. Auch für Menschen die mit Erkrankungen und Behinderungen noch nicht viel Erfahrung gemacht haben. Selbst wenn mal ein Fachwort dabei ist ist es so im Buch und der Geschichte eingebaut, dass es sich häufig von selbst erklärt. Das Buch besteht nicht nur aus Buchstaben, es gibt auch einige Fotos, welche stilecht in schwarz-weiß Format abgedruckt wurden.

Es ist für mich schwierig, dieses Buch objektiv zu bewerten, ich denke, ich werde 2 verschiedene Wertungen vergeben. Fachlich gesehen (ohne Gefühle und Einstellungen meinerseits zu beachten) vergebe ich auf jeden Fall 4,5 von 5 Sternen, denn das Buch kann Menschen, die vielleicht gerade an ihrem Leben zweifeln Mut machen und aufbauen. Aber wenn ich jetzt meine persönliche Einstellung mit in die Wertung einfließen lasse vergebe ich 3 von 5 Sternen, denn manche Einstellungen, wie sie im Buch erklärt und beschrieben sind akzeptiere ich, bin aber auf keinen Fall ebenfalls überzeugt von dieser Meinung. Ich vertrete teilweise einfach eine komplett andere Einstellung und kann somit dem Buch nicht ganz so viel abgewinnen.

Donnerstag, 15. Juni 2017

„Dich im Herzen“ von Susan Wiggs

Zurück ins Leben

Annie ist verheiratet, hat eine eigene Fernsehshow und ist glücklich. Zumindest glaubt sie, dass sie glücklich ist, noch am Morgen hatte sich mit ihrem Ehemann, welche auch in ihrer Sendung auftritt, bzw. sich die Sendung unter den Nagel gerissen hat darüber streitet, ob jetzt ein lebendes Tier in die Sendung einladen oder nicht. Sie geht im Streit auseinander, er schickt ihr noch auf dem Weg zur Arbeit eines riesigen Blumenstrauß als Entschuldigung. Als sie feststellt, dass sie schwanger ist kann es kaum erwarten, in davon in Kenntnis zu setzen. Sie bricht das Interview mit einer Journalistin kurzerhand ab und steigt früher in die Auto. Doch als sie ankommt fällt er wortwörtlich der Himmel auf den Kopf.

Der Schreibstil in diesem Buch ist angenehm zu lesen. Da das Buch aus verschiedenen Perspektiven und in unterschiedlichen Zeiten spielt kommt kaum Langeweile auf. Gefühle gibt es anfangs auch noch sehr viele und man kann wirklich mit den Charakteren fühlen. Das jedoch lässt zum Ende hin nach, was sehr schade ist. Die einzelnen Charaktere sind mal mehr, mal weniger sympathisch. Ich bin der Meinung es entsteht eine gesunde Mischung zwischen unsympathisch und sympathisch. Manche Darstellungen, halte ich jedoch für nicht ganz realitätsnah, gerade was die Rehabilitation betrifft geht mir das alles zu schnell.

Da ich wie man merkt auf der einen Seite begeistert und auf der anderen Seite vergebe ich ausgewogene 3  Sterne von 5

Donnerstag, 8. Juni 2017

„Die sieben Schwestern“ von Lucinda Riley

Toller Auftakt für eine bestimmt lesenswerte Reihe


Maia Lebt mit ihren Geschwistern auf einer kleinen Insel im Genfer See auf. Sie wurde von „Pa Salt“ adoptiert, genau wie ihre Geschwister. Als dieser stirbt hinterlässt er ein ganz besonderes Vermächtnis. Das liefert Hinweise auf die Herkunft und Identität jeder einzelnen. Auch für jede hat er einen Brief vor seinem Tod geschrieben, welche vom Anwalt ausgehändigt wird. Dieser bietet Hilfestellung und Anregung dazu, die eigene Vergangenheit zu erforschen. Maia weiß nicht, sie ist sich unentschlossen ob sie sich auf die Suche nach ihren Wurzeln begeben soll, doch als dann plötzlich eine Person aus ihrer Vergangenheit auf ihrer Insel auftauchen möchte geht alles schneller als man denken kann …

Ich finde den Schreibstil dieser Geschichte sehr angenehm zu lesen. Die Gegenwart ist mit einem ich-Erzähler (Maia) dargestellt. Es gibt auch eine Ebene in der Vergangenheit, welcher von einem Außenstehenden  Erzähler übernommen wird. Ich finde den Wechsel dieser Schreibstile sehr angenehm. Es bringt Lebendigkeit in das Buch. Auch die Gestaltung der Überleitungen zwischen den einzelnen Zeiten ist meiner Meinung nach sehr gut gelungen. Ich denke, auch Gefühle sind in diesem Buch sehr gut überbracht. Ich denke, dass kein Auge, dass dieses Buch liest trocken bleiben wird.
Meiner Meinung nach wurde jedoch manches in diesem Buch zu kurz abgehandelt. In manchen Szenen fehlte mir einfach der letzte Funke der überspringen muss, um ein Buch perfekt zu machen.

Trotzdem glaube ich, dass dieses Buch ein toller Auftakt ist für eine Reihe, die ich bestimmt mit Vergnügen lesen und weiter verfolgen werde. Ich vergebe daher 4 von 5 Sternen und sage: weiter so!

Samstag, 3. Juni 2017

„Ist denn nicht zufällig Sonntag?“ Von Judith Frege

Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Wandel der Charaktere

Zoe ist Ballerina. Wir schreiben das Jahr 1989. Sie hat eine Anstellung am Westberliner Theater. Doch sie hat in den Theaterferien nicht trainiert. Es mangelt ihr an Motivation, denn sie bekommt doch immer nur die undankbaren Rollen, zum Beispiel als Schwan in Schwanensee. Doch das soll sich ändern, denn ein neuer Regisseur soll ein neues Ballettstück, dass das Highlight der Saison werden soll für das Westberliner Theater kreieren. Doch seine Arbeitsweisen sind anders, als die die der aktuelle Direktor kennt. Er mag es nicht, wenn man sich nicht seinen Anweisungen beugt. Doch der neue Regisseur scheint ein gutes Händchen zu haben, vor allem was die Besetzung des Stückes anbetrifft.

Dieses Buch ist nicht zum entspannen gedacht, man muss definitiv aktiv dabei bleiben um nicht einige wichtige Dinge der Handlung zu überlesen. Die Charaktere und ihre Darstellung finde ich im allgemeinen gut gelungen, dennoch fehlt mir teilweise die Tiefe und das Gefühl. Dieses Buch stellt hauptsächlich den Wandel der einzelnen Protagonisten dar. Auch historische Fakten sind sehr gut eingearbeitet. Man bekommt ein Bild davon, wie man um 1989 in Westberlin und zur gleichen Zeit in Ost Berlin gelebt hat. Der direkte Vergleich ist gut dargestellt finde ich. Die Handlung an sich wäre ohne die gut dargestellten historischen Ereignisse glaube ich nur halb so gut, es ist jetzt nicht die Ultra actionsreiche und abenteuerliche Geschichte die manch einer erwartet, es ist eher gesagt eine Handlung, welche die Charaktere wie schon erwähnt zu Veränderungen treibt und historische Ereignisse formen diese Veränderungen mit. Menschen die auf solche Handlungen in Büchern Wert legen werden mit diesem Buch rundum zufrieden sein.

Ich persönlich vermisste die Tiefe, das Gefühl und ein bisschen die Spannung, kann aber trotzdem sagen, dass das Buch mich unterhalten hat und mir einige historische Fakten nähergebracht hat als jeder Geschichtsunterricht in der Schule. Ich vergebe dafür 4 von 5 Sternen und sage weiter so!