Dienstag, 30. Mai 2017

„Fussballmütter“ von Hanna Dietz

Lustiges Buch für zwischendurch


Nach der Scheidung von ihrem Mann Konstantin ist sie in eine Wohnung gezogen. Gemeinsam mit ihrem 8-jährigen Sohn Luis. Die Wohnung ist exzentrisch und speziell eingerichtet. Die Vorstellung bei ihrem Nachbarn Yannick läuft anders als geplant. Sie wollte eigentlich am Abend an seiner Tür klingeln und sich vorstellen. Mittags jedoch trägt sie ein Einbaum, welcher als Regal benutzt wurde in den Keller. Für sie alleine ist er viel zu schwer und gerade auf der Treppe angekommen rutscht ihr das Regal aus der Hand. Genau in diesem Moment öffnet Yannick die Tür …

Der einstige dieses Buch ist wirklich klasse gemacht, schon auf den ersten Seiten kommt man aus dem Lachen nicht mehr hinaus. Die Charaktere im weiteren Sinne betrachtet sind alle authentisch und sympathisch (zumindest bis zu einem gewissen Grad) klar gibt es Charaktere die mich unterschwellig wirklich nerven, das machen sie jedoch so gut, dass man merkt, dass es einfach auch wirklich in das Buch passt. Ich finde auch, dass es Charaktere geben muss, die eine mehr und in anderen weniger sympathisch sind. Sonst wäre die Geschichte doch langweilig oder nicht?
Der Schreibstil in weiteren Sinne gesehen ist wirklich gut gemacht. Die Szenen sind klar und deutlich beschrieben, man kann sich wunderbar hineinversetzen.
Nach und nach jedoch gerät der Humor in den Hintergrund. Das macht das Buch zwar nicht langatmig, doch hätte ich es mir schon gewünscht, dass sich der Humorlevel bis zum Ende durchzieht. Der Einstieg war nämlich wie schon erwähnt wirklich grandios und das hätte ich vom Ende halt auch erwartet.

Da ich von diesem Buch überzeugt bin, auch wenn der Humor wie schon erwähnt sich nicht ganz bis zum Ende zieht vergebe ich 4,5 von 5 Sternen und sage: weiter so!

Sonntag, 28. Mai 2017

„Das Leben fällt wohin es will“ von Petra Hülsmann

Ein Buch über ein wichtiges Thema


Marie ist jung und hat das ganze Leben vor sich. Ihr Leben besteht aktuell aus Feiern, Party und Beziehungen. Ihr Vater hat eine Werft, seit dieser jedoch ihre große Schwester in die Leitung der Werft berufen hat ist ihr die Werft zuwider. Sie möchte nicht mit dieser zu tun haben, es tut so weh. Er besteht jedoch darauf, dass sie bei Feierlichkeiten der Werft dabei ist. So auch in jenem Jahr, als alles ganz anders kommt.

Der Schreibstil ist der ganz eigene von Petra Hülsmann. Ich glaube es gibt nur wenige Autoren, welche mit ähnlichen Schreibstile arbeiten. Es gibt Figuren, die tauchen in jedem ihrer Bücher auf, obwohl dieses Buch für sich selbst stehen kann. Gerade das macht auch dieses Buch aus, Personen, ganz besondere Personen tauchen auch hier wieder auf. Die Charaktere in diesem Buch sind authentisch und es gibt keinen klassischen „Bösewicht“. Es ist wichtig, dass auch Themen wie eine Krebserkrankung ihren Platz in der Literatur finden, denn gerade auch über alltägliche, zeitgenössische Literatur erreicht man viele Menschen um über eine Krankheit informieren zu können, ohne dass es die klassische Sachbuchlektüre ist.
Einiges wurde mir in diesem Buch gerade am Ende zu schnell abgehandelt, manche Szene hätte ich für meinen Geschmack gerne etwas ausgedehnter gehabt. Das ist jedoch der einzige Kritikpunkt, den ich anbringen kann.
Ich vergebe 4 von 5 Sternen, ein wunderbares Ergebnis.

Dienstag, 23. Mai 2017

„Das Geheimnis des Schmetterlings“ von Constanze Wilken

Mitreißende Geschichte


Linda arbeitet als Dozentin an einer Universität. Sie unterrichtet ihre Studenten in Thaiistik. Häufig hat sie Albträume, sie wacht schweißgebadet auf. Es ist nur ein einziger Albtraum, dieser verfolgt sie jedoch hartnäckig. Eines Tages gibt ihr Chef ihr ein kleines Kästchen, ähnlich einer Zigarettenschachtel. Darin befindet sich ein uraltes Manuskript. Sie soll es übersetzen. Sie macht sich an die Arbeit und taucht ein in eine Geschichte voller Verrat und Intrigen am siamesischen Königshof.

Der Schreibstil in diesem Buch ist sehr gut gelöst. Das Buch spielt in zwei verschiedenen Zeiten, dementsprechend wechselt auch der allgemeine Ausdruck und der Sprachaufbau. Mir gefällt die Darstellung des Manuskriptinhaltes sehr gut, denn es werden auch thailändische Begriffe verwendet. Es ist sehr interessant, denn die Geschichte passiert auf historischen Fakten und man taucht ganz in die Geschichte ein.
Für schwache Nerven ist dieses Buch jedoch nicht geeignet, es enthält auch Szenen, die nicht jeder verkraften kann. Ich meine damit sehr grausame und blutige Szenen, Hinrichtungen o. ä.

Ich bin begeistert von diesem Buch und vergebe 4,5 von 5 Sternen.

Sonntag, 14. Mai 2017

„6 Uhr 41“ von Jean-Philippe Blondel

Die Gedanken während einer Reise


Zwei Menschen nehmen den Zug. Sie setzen sich in ein Abteil und lassen Ihren Gedanken freien Lauf. Was kann ein Mensch während einer Zugfahrt so alles denken? Soll er mit dem anderen sprechen? Ist es vielleicht doch besser, wenn man den anderen in Ruhe lässt? Kennt man den anderen vielleicht schon?

Genau mit diesen Fragen beschäftigt sich das Buch „6 Uhr 41“ von Jean-Philippe Blondel.
Der Schreibstil ist recht angenehm zu lesen, jedoch an einigen Stellen recht verwirrend, da die einzelnen Kapitel zwar voneinander abgegrenzt sind, durch einen etwas größer geschriebenen Buchstaben aber man weiß nicht, welche Person gerade die gelesenen Gedanken denkt. Die erste Hälfte dieses Buches war ich komplett verwirrt, erst dachte ich es ist eine Frau, da dachte ich es ist ein Mann, erst dann wurde mir klar, dass es auch zwei verschiedene Personen sein können. Das hat leider auch einiges von der Geschichte für mich schwammig und unklar gemacht. Schon jetzt habe ich das Gefühl, dass ich kaum er weiß, worum es in diesem Buch gegangen ist. Es hat keinen bleibenden Eindruck hinterlassen bin leider sehr enttäuscht. Ich hätte mir definitiv mehr erhofft. Auch die Gefühle haben mir wirklich gefehlt, durch diese unpersönliche Art und der Wechsel zwischen einem ich-Erzähler und einem auktoriale Erzähler ging das Gefühl leider verloren.

Mir persönlich hat das Buch somit nicht Tiefe und Inhalt gehabt, ich bedanke leider echt enttäuscht, ich hätte mir mehr erhofft. Ich kann traurigerweise nur 2 von 5 Sternen vergeben.

Samstag, 6. Mai 2017

„1001 Date“ von Yvonne de Bark

Ein gutes Buch mit einer zum Schluss unfehlbaren Message

Bea, eine Frau, die mitten im Leben steht vollzieht gerade die Trennung von ihrem bis dato Ehemann. Es gab Differenzen und somit haben sie beschlossen auseinander zu gehen. Er ist gleichzeitig auch damit beschäftigt, eine Zahnarztpraxis selbst zu gründen. Sie hat die Illusion, dass er ein gefeierter Zahnarzt im Ort werden würde und für sie und die Kinder aus gesorgt sei. Nach einiger Zeit beginnt sie sich in Onlinepartnerbörsen zu registrieren um dort den „richtigen“ zu finden...

Der Schreibstil in diesem Buch gefällt mir sehr gut. Er erzählt locker und leicht in der ich-Perspektive die Geschichte von Bea. Da sie sich selbst nicht allzu ernst nimmt musste ich mehrfach herzhaft lachen, der Humor in diesem Buch passt einfach zu meinem. Hat man die 1. Hälfte des Buches gelesen fragt man sich, was kann da noch kommen welche Message soll mir dieses Buch übermitteln? Diese Erkenntnis trifft einen zum Schluss wie ein Faustschlag ins Gesicht. Ich muss sagen, dass mir diese Art der Message wirklich sehr gut gefällt. Ich muss wirklich aufpassen, jetzt nicht zu viel zu verraten, denn ich bin wirklich begeistert. Ich finde es auch sehr gut gelungen, wie die Message dieses Buches, die wirklich sehr ernst ist trotzdem neben dem im Buch angesiedelten Humor so wunderbar bestehen kann. Diese Umsetzung ist wirklich gut geworden.

Ich glaube, dieses Buch wird mich gedanklich noch einige Zeit beschäftigen und mich so schnell nicht wieder loslassen. Es ist wichtig, dass diese Themen in Büchern angesprochen werden und am besten natürlich mit einer wunderbaren Umsetzung. Dieses Buch kann ich wärmstens weiter empfehlen und vergebe 5 von 5 Sternen. Ich habe wirklich keine Kritikpunkte :-)

Montag, 1. Mai 2017

„Frühlingsglück und Mandelküsse“ von Emilia Schilling

Wenn eine Frau nicht weiß, was sie will


Charlotte lebt in Wien. Sie arbeitet als Konditoren in einem Hotel. Sie wohnt in einer WG mit ihren 2 besten Freundinnen und ist in einer Beziehung mit Eduard. Er kommt aus feinem Hause, Charlotte kommt aus bürgerlichen Verhältnissen. Seine Eltern sind mit der Beziehung der beiden nicht einverstanden. Immer wieder gibt es Sticheleien, böse Blicke und bedeutungsschwangere Aussagen bei Familientreffen. Charlottes Mutter kann es kaum erwarten, bis ihre 2. Tochter unter die Haube kommt. Charlotte ist schon 26 und ihre Mutter befürchtet, dass sie sonst keine weiteren Enkel bekommt, Sara, die Schwester von Charlotte hat schon einen Sohn.
Auf der Arbeit läuft es auch nicht so, wie es eigentlich laufen sollte. Im Hotel steht ein Führungswechsel an. Richard, ein wirklich wundervoller Chef soll durch Daniel, den Sohn einer Hoteliersfamilie mit eigener Hotelkette ausgetauscht werden. Eigentlich ist Charlotte eine zuverlässige und wirkliche Mitarbeiterin, doch genau an dem Tag, als sie zu spät kommt und auch gleichzeitig doch ziemlich gestört aussieht (Lockenwicklern im Haar etc.) wird sie ihrem neuen Chef vorgestellt. Wenn das mal nicht ein gutes Zeichen ist für eine unverwechselbare Geschichte.

Der Schreibstil in diesem Buch liest sich sehr gut. Die ca. 340 Seiten liest man in einem Rutsch (zumindest meistens) denn man merkt gar nicht, schnell und wie weit man in der Geschichte vorankommt. Der Schreibstil lässt einen alles vergessen um einen herum und macht das Buch unverwechselbar.
Jedes Kapitel wird mit einem Rezept für eine köstliche Leckerei eröffnet. Das gefällt mir sehr gut, denn man hat damit ein Grund das Buch noch ein paar mal aus dem Schrank zu holen. Man erinnert sich immer wieder daran, wenn man etwas danken möchte, dass in diesem Buch köstliche Rezepte drin sind. Einfach eine tolle Idee :-)
was mir jedoch nicht so gefällt ist, dass manche Dinge mir einfach zu viel sind in diesem Buch. Es geht zwischen Beziehungen hin und her und keiner kann sich entscheiden, was er denn nun möchte. Aber ich muss auch sagen, man entwickelt während der Lektüre gewisse Erwartungen, welche man glaubt, dass das Buch sie zum Ende hin erfüllt. Doch es kommt alles anders wie man es sich vorstellt. Das ist dann auch wieder ein positiver Punkt des Buches, es ist definitiv nicht berechenbar.

Alles in allem bin ich wirklich zufrieden mit diesem Buch, ich war gut unterhalten und es war wirklich abwechslungsreich. Da ich doch einige Kritikpunkte hab vergebe ich gute 4 von 5 Sternen und kann das Buch wärmstens weiter empfehlen, ein Leute die etwas für den Frühling zum entspannen brauchen :-)