Samstag, 29. April 2017

„Als die Träume noch uns gehörten“ von Marian Izaguirre

 Verwirrend aber doch logisch


Alice ist Engländerin. Sie lebt aber in Spanien. Gerne fährt sie in der Stadt einfach so in Viertel, die sie noch nicht gesehen hat. Eines Tages fällt ihr ein Mann auf, er hat Bücher dabei. Er liefert sie an einigen Personen. Ich muss aufpassen, dass er sie nicht sieht, aber sie scheint ihm überhaupt nicht aufzufallen, mehrere Tage kann sie ihm folgen, bis er sie zu einer Buchhandlung führt. Dort begegnet sie der Frau des Mannes, Lola. Sie freuen sich an und schon bald beginnt Alice mit der Umsetzung eines Planes.


Der Schreibstil In diesem Buch ist angenehm zu lesen. Man kommt gut voran und taucht wirklich in die Geschichte ein. Was jedoch verwirrt ist, dass die beiden Zeitformen, in welchen die Geschichte spielt zwar voneinander abgegrenzt sind, jedoch tauchen in beiden Zeitformen die selben Namen auf, was mich bis zur Hälfte ziemlich verwirrt hat, denn die Vergangenheit spielt in einem Buch (dieses Buch wird von Alice und Lola gelesen). Die Charaktere sind mir sympathisch, mal mehr, mal weniger, aber das ist normal :-)

Dieses Buch beinhaltet eine schöne Geschichte, ein bisschen verwirrend aber dann doch ziemlich logisch und deshalb vergebe ich 3,5 von 5 Sternen.

Samstag, 22. April 2017

„Die Wildrose“ von Jennifer Donnelly

Ein Buch, das mich ratlos zurück lässt.


Seamus Finnegan, ein Abenteurer und Entdecker hat kein einfaches Leben. Seine große Liebe hat sich nach einem schweren Unfall von ihm abgewendet. Es gibt keine Hoffnung, dass sie noch einmal das Leben leben können dass sich die beiden ruhelosen Seelen wünschen.
Joe ist querschnittsgelähmt. Nachdem jemand versucht hat ihn zu erschießen geht das keine Hoffnung mehr, dass er jemals wieder laufen kann. Der 1. Weltkrieg steht kurz bevor. Gerade hat es die Frauenrechtsbewegung geschafft, ein Wahlrecht für Frauen durchzusetzen. Der Krieg droht alles wieder zu zerstören. Doch er zerstört noch viel mehr …

Ich muss sagen, ich bin nach der Lektüre ein bisschen ratlos. Die Darstellung des querschnittsgelähmten Parlamentsabgeordneten fand ich etwas fragwürdig, denn Anfang des 20. Jahrhunderts (1915) war die Welt nicht barrierefrei, ich kann mir nur schwerlich vorstellen, dass er als Rollstuhlfahrer in diesem Zeitraum wirklich den Machenschaften eines Politikers nachgehen konnte, denn es wird immer wieder von Treppen geschrieben und meines Wissens gab es in diesem Zeitraum auch keine Lifte oder Aufzüge. In der Mitte des Buches ist irgendwo auch geschrieben, dass seine Frau im 1. Stock im Schlafzimmer auf dem Bett liegt und plötzlich ist er bei ihr. So einfach stelle ich mir das nicht vor. Da muss ich doch etwas Kritik üben.
Desweiteren ist der Schreibstil eigentlich sehr angenehm zu lesen, er ist dem Zeitraum, in welchen das Buch spielt angepasst und sprachlich wirklich angemessen gewählt. Es liest sich nicht leicht, es ist keine Lektüre für zwischendurch, sondern eine Lektüre zum Nachdenken. Für Menschen mit schwachen Nerven es dieses Buch auch nicht geeignet, denn zeitweise wird es doch ziemlich heftig. Aber so heftig die Geschichte auch sein mag, so rührend ist sie an manchen Stellen auch. Die Darstellung einiger Charaktere ist sehr interessant gewählt, bei manchen konnte ich bis zum Ende nicht sagen, auf wessen Seite sie jetzt stehen. Das Buch wird auch in keinster Weise langatmig, es passiert immer etwas, es gibt keine Seite zum durchatmen.

Da ich im Moment gespaltener Meinung, zwischen der doch sehr unauthentischen Darstellung des Rollstuhlfahrers und der rührenden und spannenden Geschichte im allgemeinen vergebe ich 3 von 5 Sternen.

Samstag, 15. April 2017

„Das Geheimnis von Chaleran Castle“ von Elaine Winter

Eine Geschichte mit magischen Momenten

Felicia ist Journalistin. Sie reist für einen Bericht für ein Reisemagazin nach Schottland auf eine Insel. Durch einige ungeschickte Vorkommnisse landet sie im Rosenstrauch eines Tierarztes. Es funkt direkt. Er zeigt ihr die Insel, darunter auch einen alten Landsitz eines Clans. Er selbst ist der älteste, der Geschwister. Auf eine gewisse Weise fühlt sie sich auf der Insel angekommen, zu Hause oder ähnlich. Sie kann es sich nicht erklären, denn es kommt ja auch teilweise vor, als hätte sie diverse Felsen schon einmal gesehen. Bis sie auf ein Geheimnis stößt, was alles verändern wird.

Die Geschichte spielt in 2 verschiedenen Zeiten. Felicia handelt in der Gegenwart (2012) es gibt aber auch eine Ebene der Geschichte in der Vergangenheit (1920). Meine Geschichten sind unterschiedlicher denn je. Gerade Briefe, die Felicia in der Gegenwart liest, die in der Vergangenheit verfasst wurden verweben die Geschichte miteinander. Es ist sehr emotional geschrieben und es sich gut voneinander trennen, denn die Vergangenheit ist nicht nur in Briefen zu lesen, sondern auch in Tagebucheinträge und in einer erzählenden Variante. Da die Tagebucheinträge und Briefe in einer anderen Schrift geschrieben sind kann man das ganze wunderbar voneinander trennen.
Der Schreibstil lässt sich sehr leicht und fließend lesen. Man merkt nicht, wie schnell man in diesem Buch vorankommt. Man kann es (oder den E-Book Reader) nicht mehr aus der Hand legen. Lediglich das Ende hat für mich zu viele harmonieren. Es werden Fragen geklärt, die eigentlich gar nicht aufgeworfen sind oder eher gesagt welche ganz am Anfang der Geschichte nebenbei erwähnt wurden und dann eigentlich da sie nicht wichtig sind wieder in der Versenkung der Gedanken verschwinden. Für manche Zusammenhänge musste ich wirklich wieder zurückblättern.

Ein bisschen schade ist das schon, einen großen Abbruch an der Leserqualität des Buches gibt es für mich trotz alledem nicht und ich vergebe deshalb 4,5 von 5 Sternen.


Donnerstag, 6. April 2017

„Off the record – so schreibt man Liebe“ von Eva Pfeiffer

Bist du diesem Beruf gewachsen?

Jana hat ein Volontariat bei einer Lokalzeitung bekommen. Sie wird in eine grässliche Lokalredaktion in einem eigenartigen Stadtteil eingesetzt. Die Chefin ist unerträglich und ihre Mitarbeiter sind auch komisch. Der eine hält sehr viel Auf sich, weil er im Betriebsrat sitzt und der andere weiß, wie er um seine Arbeit herumkommen kann. Alle zusätzliche Arbeit, die zu erledigen ist wird ihr aufgetragen. Sie schiebt Überstunden und diese werden nicht einmal ausbezahlt oder abgebaut. Das ist der Alltag im Journalismus, erzählt man ihr. Dann läuft sie Markus über den Weg. Er ist ein Kollege und macht auch gerade sein Volontariat bei dieser Zeitung. Wenn sich da mal nicht etwas entwickelt …

Der Schreibstil ist entspannend, man kann beim Lesen dieses Buches sehr gut abschalten. Auch die Handlung ist sehr gut Nachvollziehbar und die Charaktere sind authentisch.
Es dauert leider für meinen Geschmack nur etwas zu lange, bis etwas wirklich interessantes passiert und sich ein Spannungsbogen aufbaut. Doch genauso schnell wie sich der Spannungsbogen aufgebaut hat ist er auch schon wieder verschwunden. Das ist sehr schade, denn mir fehlen leider auch die Gefühle in diesem Buch. Es wird von einer Beziehung mit Höhen und Tiefen berichtet aber ich kann nicht nachfühlen, wie es den Charakteren in diversen Situationen wirklich geht. Die Darstellung ist zwar von der Sichtweise her gut gewählt, doch fehlen mir charakterstarke Worte, die, die Gefühlswelt unterstreichen.

Aber alles in allem gesehen ist es trotzdem eine sehr gute Leistung und ich vergebe deshalb 3 von 5 Sternen.