Freitag, 31. März 2017

"eines Tages vielleicht" von Laura Moriarty



Tolle Darstellung


Kara hat gerade den Führerschein. Sie fährt mit dem Auto ihrer Eltern durch die Stadt, biegt auf einen Parkplatz ein um einen streunenden Hund zu retten. Als sie den Parkplatz wieder verlässt, mit Hund im und Freundin im Auto telefoniert sie und übersieht ein Mädchen, das gerade den Bürgersteig verlässt um über den Zebrastreifen zu gehen. Sie bemerkt erst, als es knallt, dass sie es überfahren hat. Das Mädchen stirbt. Sie ist voller Schuldgefühle, kann sie jemals wieder in ein richtiges Leben finden? Und das ganze könnte noch viel einfacher sein, wenn die Beziehung zu ihrer Mutter jetzt nicht diese schlechten Ausmaß hätte, die sie in Wirklichkeit doch hat.

Der Schreibstil in diesem Buch ist sehr einfach gehalten. Man sieht die Geschichte aus der Sicht der Mutter geschrieben. Das macht die ganze Sache so interessant, denn man weiß nicht genau was in der Tochter vorgeht, kann sich aber die Mutter und ihre Gedanken komplett zu seinen eigenen machen und somit in die Geschichte hinein tauchen. Mir gefallen die Charaktere, sie sind sehr authentisch und wirklich verschieden. Das Thema ist zertifiziert und muss vorsichtig angegangen werden, ich denke in diesem Buch ist es sehr gut dargestellt.
Jedoch muss ich sagen, dass es sich teilweise doch etwas gezogen hat, das ist aber der alte Kritikpunkt, den ich wirklich habe.

Deshalb vergebe ich 4 von 5 Sternen.

Samstag, 25. März 2017

„This is not a Love Song“ von Jean-Philippe Blondel

Es plätschert so dahin


Für eine Woche fährt er zu seinen Eltern nach Frankreich. Er ist erfolgreich, Inhaber einer großen Kaffeehauskette. Nur widerwillig fährt er nach Frankreich, er fühlt sich dort einfach nicht wohl. Für die Woche wohnt er bei seinen Eltern, in seinem alten Zimmer, das aber nun eher ein Gästezimmer ist. Er wünscht sich, dass er früher abreisen kann, doch diesmal funktioniert der Wunsch leider nicht. Er trifft sich mit alten Bekannten, Freunden und seinem Bruder. Doch was in dieser Woche alles ans Licht kommt ist beachtlich.

Ich bin von diesem Buch leider nicht überzeugt. Der Schreibstil plätschert langsam dahin, einen wirklichen Höhepunkt konnte ich nicht finden und von Spannung fehlte leider jede Spur. Die Geschichte an sich ist in Ordnung dargestellt, die Charaktere sind auch authentisch dargestellt aber ich denke, durch einen empathisch Schreibstil hätte das Buch einiges an Punkten bei mir gewinnen können. Der ich-Erzähler berichtete über sein Leben in Frankreich sehr reflektiert und es erschien mir teilweise irgendwie lustlos. Klar würde ich auch lustlos von einer Zeit sprechen, die mir nicht gefallen hat, doch würde ich damit wahrscheinlich nicht unbedingt ein Buch füllen, mich konnte es leider nicht mitreißen, egal ob reflektiert oder nicht.

Wie man merkt fehlt mir einiges, daher kann ich traurigerweise nur 2 von 5 Sternen vergeben :-/

Montag, 20. März 2017

„Sturmherz“ von Corinna Bomann

Ergreifend und emotional


Alexa hatte eine schwere Kindheit, bis sie 11 Jahre alt wurde war alles toll ihre Mutter liebte sie, ihr Vater liebte sie  und die weltweit Ordnung. In ihrem 11. Lebensjahr verschwand ihre Mutter plötzlich niemand wusste wo sie war. Nach 3 Monaten war sie genauso aus heiterem Himmel wieder da wie sie zuvor verschwunden war. Doch die Zeit hatte sie verändert, sie war nicht die Cornelia, die Alexa kannte, sie war plötzlich abweisend und hatte an allem etwas auszusetzen. Somit wurde ihre Kindheit zur Hölle, denn sie war immer verzweifelt damit beschäftigt, ihrer Mutter und ihren Ansprüchen gerecht zu werden.
Jetzt ist Alexa einige Frau und plötzlich erfährt sie, dass ihre Mutter wegen eines Schlaganfalls in der Klinik liegt. Es beginnen Tage Minuten, packende Tage und eine Zeit voller Geheimnisse …

Der Schreibstil in diesem Buch ist sehr angenehm zu lesen, erzielt den Leser in die Geschichte mit hinein und lässt ihn nicht mehr los. Es fällt einem schwer das Buch zwischendurch aus der Hand zu legen, denn nach und nach werden die Geheimnisse gelüftet. Man möchte immer mehr erfahren, es ist wie ein Sog.
Anfangs hatte ich Sorge, das Buch könnte langatmig werden, da erst mal nicht allzu viel passiert ist, aber das hat sich im Verlauf des Buches geändert und ich bin jetzt voll und ganz überzeugt von der Geschichte.

Da ich immer nur unschwer merken kann begeistert von dem Buch vergebe ich einzigartige 5 von 5 Sternen :-)

Sonntag, 12. März 2017

„Die letzten Tage der Nacht“ von Graham Moore

Wer hat die Glühbirne erfunden?

Paul ist Anwalt. Gerade hat er sein Studium beendet und in einer Kanzlei einen Job angenommen. Wir schreiben das Ende des 18. Jahrhunderts. Gerade sind aufstrebende Wissenschaftler dabei, das Leben der Menschen um Technik zu bereichern. Der Strom ist neu entdeckt und einzelne Häuser können jetzt Gleichstromgeneratoren montieren lassen. Gleichzeitig ist aber die Westinghouse electric company dabei den Wechselstrom gesellschaftsfähig zu machen. Westinghouse engagiert Paul als Anwalt, denn Thomas Edison hat geklagt. Die von Westinghouse entwickelte Glühbirne verletzt seiner Meinung nach das Patent seiner Glühbirne. Mit dieser Klage ist der „Stromkrieg“ eröffnet.

Der Schreibstil in diesem Buch ist angenehm. Die ich Perspektive ermöglicht es dem Leser tiefere Einblicke in in Pauls Gefühls und Seelenleben. Man fühlt mit ihm mit, wenn es wieder einen juristischen Rückschlag gibt oder wieder etwas in anderer Sache nicht so läuft, wie es ihm gerade beliebt. Die Darstellung der einzelnen anderen Figuren, vor allem der Wissenschaftler ist auch wirklich gut gelungen, die Personen wirken authentisch in ihrem Tun und Lassen und sind dem Leser größtenteils sympathisch (irgendetwas Böses muss es immer geben). Auch die Darstellung diverser Szenen, welche im Buch von bedeutender Wichtigkeit sind ist gut gemacht, der Leser kann sich bei der möchte die Szene vor Augen rufen und somit den Fall aus der Sicht von Paul erleben.

Da ich von diesem Buch begeistert bin und es mich vermutlich so schnell nicht wieder loslässt kann ich nicht anders und vergebe wunderbare 5 von 5 Sternen.

„Danke, fremde/r für mein Leben“ von Kathrin und Christian Schröder

Ein außergewöhnliches Buch

Alles beginnt mit Rückenschmerzen. Kathrin, Inhaberin, gemeinsam mit ihrem Mann Christian einer Salzgrotte beißt die Zähne zusammen. Sie arbeitet, bis ihr Mann eines Tages, als er sie im Geschäft antrifft unverzüglich zum Arzt schickt. Im Bauch hat innerhalb einiger Stunden den Umfang einer hochschwangeren Frau angenommen. Von ihrem Arzt wird sie sofort ins Krankenhaus weiterverwiesen. Dort beginnt eine Odyssee von Schmerzen und Leid. Doch der Glaube hilft ihr weiter, ihr und ihrem Mann. Auch diese Zeit ist einmal vorbei und am Ende steht immer ein Licht am Ende des Tunnels.

Dieses Buch ist außergewöhnlich, nicht nur weil es vorwärts, sowie rückwärts gelesen werden kann, sondern auch weil es eine ganz besondere Geschichte enthält. Liest man das Buch von vorne bekommt man die Sicht von Kathrin zu lesen. Sie beschreibt mit einer bewundernswerten, reflektierten Art ihrem Weg durch die Krankheit. Wird das Buch von der anderen Seite gelesen bekommt man die Sicht ihres Ehemannes. Er beschreibt treffend und ebenso reflektiert wie es ihm in dieser Zeit ergangen ist. Wie er die ganze Firma personell umgestellt hat um Kathrin zu entlasten und wie er es geschafft hat sich Zeit frei zu schaufeln. Er schreibt über die Unklarheit während der Operation und, und, und.
Für Menschen, die mit medizinischen Fachbegriffen nicht so bewandert sind befindet sich am Ende des Abschnittes des Ehemannes ein Glossar, in welchem man unbekannte Fachbegriffe nachschlagen kann.

Wie man merkt, ich bin wirklich begeistert von diesem Buch. Es hat mich abgeholt. Ich kann somit 5 von 5 Sternen vergeben :-)

Donnerstag, 2. März 2017

„Die Therapeutin“ von Camilla Grebe und Äsa Träff

Mitreißend

Siri ist nur eine ganz normale Psychotherapeutin. Man hat sie schwere Fälle, mit Suizidgefahr, manchmal hat sie es lediglich mit Zwängen und Zwangsvorstellungen zu tun. Tagtäglich schlägt sie sich mit der Psyche unterschiedlichster Menschen rum und selbst steckt sie seit dem Tod ihres Mannes in einer Spirale aus Wahnvorstellungen und Ängsten fest. Doch es sind nicht nur ihre Zwänge und Ängste, welche ihr Probleme bereiten, es ist eher die Person, die sich ihre Ängste zu Nutze macht und ein böses Spiel mit ihr treibt...

Der Schreibstil in dieser Geschichte zeigt 2 Sichten in der ich-Perspektive, die Sicht von Siri und immer wieder kurze Passagen aus der Sicht ihres Verfolgers. Es ist gut, dass die Passagen in verschiedenen Schriftarten gehalten sind, denn sonst würde man heillos beim Chaos und Durcheinander versinken. Aus der Sicht von Siri wird immer mal wieder ein Rückblick auf ihrer Vergangenheit geschildert. Aber auch die Gegenwart gibt es in ihrer Sicht. Deshalb das eben erwähnte Chaos, es ist nämlich schon schwer genug, die Vergangenheit und die Realität von Siri auseinanderzuhalten. Müsste man jetzt noch die Sicht des Verfolgers extra abgrenzen wäre das doch zu viel. Ich bin ganz dankbar über die beiden verschiedenen Sichtweisen. Auch die story an sich ist sehr gut, immer wieder wird man auf eine falsche Fährte geführt und am Ende … Da verrate ich natürlich nichts dazu ;-)

Da ich wie man merkt begeistert bin kann ich nicht anders und muss/freue mich darüber 5 von 5 Sternen vergeben :-)