Montag, 27. Februar 2017

„Der feine Unterschied“ von Philipp Lahm

Ein Spitzenfußballer spricht über seinen Werdegang

Philipp Lahm, Profifußballer beim FC Bayern München. Auch er hat mal klein angefangen, lange Zeit hat er für die FT Gern gespielt, bis ein Scout der Bayern Jugend in auf dem Platz anspricht und ihm vorschlägt, in das Training der Jugend des FC Bayern zu kommen. Somit muss der kleine Philipp gemeinsam mit seinen Eltern eine schwierige Entscheidung treffen, denn genau von diesem Schritt hängt auch seine gesamte Karriere ab.

Der Schreibstil in diesem Buch ist angenehm zu lesen und nicht allzu ernst, aber auch nicht so lustig, dass man das Buch nicht mehr ernst nehmen würde. Ich denke es ist eine gute Mischung zwischen Humor und Ernsthaftigkeit. Im Mittelteil des Buches befinden sich auch einige Fotos die Philipp Lahm in unterschiedlichen Situationen zeigen. Das ganze macht das Buch lebendig, durch die Fotos kann man sich die Karriere besser vorstellen.
Im Grunde genommen hat mir das Buch also gut gefallen, doch irgendetwas fehlt mir … Der gewisse Funke um mich hundertprozentig von diesem Buch zu überzeugen ist nicht übergesprungen. (Das liegt nicht daran, dass ich an mangelndem Fußballverständnis leiden würde, ich bin ein großer Fußballfan, zwar nicht vom FC Bayern, aber das muss man auch nicht sein, denn Philipp Lahm hat auch für die deutsche Nationalmannschaft gespielt.)

Zwischenzeitlich wirkte das Buch etwas langatmig und der gewisse Funke fehlt mir, daher vergebe ich trotzdem gute 3,5 von 5 Sternen.

Sonntag, 26. Februar 2017

„Mit euch an meiner Seite“ von Pippa Watson

Wie ein Hund das Leben verändern kann …

June ist Hundetrainerin. Gemeinsam mit ihrem Mann Morris leitet sie eine sehr erfolgreiche Hundeschule. Eines Tages erreicht sie der Anruf eines gewissen Steven Troy, angeblich der Manager eines weltweit gefeierten Stars. Eigentlich besteht er darauf, dass Morris seinen Fall übernimmt, als er jedoch erfährt, dass sie ebenfalls Hundetrainerin ist und sie ihm keinen Ausweg lässt, da ihr Mann wichtige Seminare abzuarbeiten hat stimmt er zu und übergibt den Fall an Sie.

Tobey ist Sänger. Nach einem traumatischen Erlebnis bei einem Konzert ist er schwer traumatisiert und kann keine Nacht ohne Albträume durchschlafen. Eines Tages wird während der Verfolgungsjagd mit Paparazzi ein kleiner Hund von einem Motorrad angefahren und schwer verletzt. Nach beendeter Verfolgungsjagd besteht Tobey darauf, zu der Stelle zurückzufahren, an welche der Hund zuletzt gesehen wurde. Er möchte ihn retten. Und sie finden ihn. Schwer verletzt und zitternd vor Angst in einem Gebüsch. Tobey lässt ihn in der nahegelegenen Tierklinik behandelt, übernimmt die Behandlungskosten und nimmt das Tier danach bei sich auf. Es stellt sich jedoch heraus, dass auch der Hund schwer traumatisiert ist und Hilfe dringend gebraucht wird...

Der Schreibstil in diesem Buch ist angenehm zu lesen, erfordert jedoch die geistige Anwesenheit des Lesens, d. h., dass man nicht während dem Lesen einfach abschalten kann der story ihren Lauf lassen kann, man muss schon mit Kopf dabei bleiben, denn die Erzählperspektive wechselt zwischen June und Tobey. Man muss schon sich immer bewusst sein, wer gerade der Erzähler ist, ansonsten kann die Sache verwirrend werden. Es steckt sehr viel Gefühl in der Geschichte, gerade am Ende kann das Auge definitiv nur bei herzlosen Menschen trocken bleiben. Der Schreibstil und die wechselnden Perspektiven das ist zu, dass die Geschichte umso emotionaler wird, denn man kennt die Ansichten beider Seiten und weiß oder bzw. kann es sich denken, wie der andere wohl auf diverse Aktionen reagieren konnte. Die Darstellung der Charaktere ist sehr liebevoll gestaltet, das Hauptaugenmerk liegt natürlich auf der Hauptakteurinnen, Milli , dem Hund. Aber auch die weiteren Akteure in der Geschichte sind wirklich authentisch dargestellt. Das Buch würde ich nicht lediglich als Unterhaltungsroman ansehen, denn es steckt auch viel Wahrheit drin, zum Beispiel darin, was ein fühlen kann und wie es sich in was für einer Gefühlslage verhält, zum Beispiel das Gähnen nicht etwa ein Zeichen von Langeweile ist, sondern eher von Stress. Ich habe mich nicht nur gut unterhalten gefühlt, sondern auch noch einiges über Hunde gelernt (obwohl ich dachte, dass ich schon viel weiß)

Deshalb vergebe ich 4 von 5 Punkten, da doch am Ende einige Kritikpunkte aufgetreten sind, die ich jetzt nicht benennen kann, denn sonst würde ich Spoilern. :-)

Montag, 20. Februar 2017

„Hotel du Barry oder das Findelkind in der Suppenschüssel“ von Lesley Truffle

Viele Überraschungen und alles kommt anders als man denkt

Als Mary, eine Angestellte im Hotel ein Baby an der Wäscheleine findet nimmt sie es an sich. Sie sorgt für das Kind und nimmt es überall mit hin. Sie transportiert es in einer Suppenschüssel auf ihrem Wagen. Daniel ist Eigentümer dieses Hotels und findet heraus, dass Mary ein Kind mit sich herumschleppt. Er erfährt die Geschichte und hat eine Idee. Er würde in naher Zukunft eine Zweckehe mit der Schwester seines geliebten eingehen. Sein geliebter ist in naher Vergangenheit bei einem schrecklichen Autounfall ums Leben gekommen. Er trauert und damit sein Ruf und der des Hotels nicht in den Schmutz gezogen wird heiratet er die Schwester seiner großen Liebe. Doch diese scheint nicht die Frau zu sein, die sie wirklich ist …

Der Schreibstil ist unverwechselbar. Das Buch beginnt mit hartem, englischem Humor und wird dann im Laufe der Handlung doch sehr ernst. Ich finde es toll, wie dieser eben schon erwähnte Humor die ernste Geschichte eingerahmt, denn am Ende des Buches erscheint er wieder. Ich musste mehrfach wirklich heftig lachen und in der Mitte habe ich wirklich mit gelitten. Die Darstellung der einzelnen Charaktere ist auch sehr gut gelungen, man kann sich in sie hinein fühlen und ihre Handlungen verstehen.

Da ich sehr gut unterhalten war mit diesem Buch und es eine reiche Abwechslung mir geboten hat vergebe ich gute und einzigartige 5 von 5 Sternen.

Mittwoch, 15. Februar 2017

„Sterben; eine Erfahrung“ von Cory Taylor

Die richtigen Worte für ein unbeschreibliches Thema

Cory hat Krebs. Sie weiß, dass sie sterben wird. Gefühlvoll und direkt schreibt sie über die wichtigen Fragen des Lebens und den Prozess des Sterbens. „Ich bin ein kleines Mädchen und eine sterbende Frau“. So beschreibt sie den Zustand, bzw. die Erkenntnis, dass man schon nach der Geburt mit dem Sterbeprozess beginnt.

Das Buch hat mich tief berührt, ein schwieriges Thema wurde durch die richtigen Worte sehr gut aufgearbeitet. Der Schreibstil erlaubt es dem Leser in das Innere von Cory zu schauen, sie schreibt auch eine sehr reflektierte Art und Weise über ihr Leben und über den Verlust von Mutter und Vater. Sie blickt zurück auf ihre Geschichte und beschäftigt sich mit wichtigen Fragen, wie der Frage nach Sterbehilfe. Sie wünscht sich einen würdevollen Tod den erlangt man nicht durch unendliche, lebensverlängernde Maßnahmen und auch nicht durch das dahinsiechen in einem Krankenhausbett.

Wie es sieht fällt diese Rezension kürzer aus als die anderen, das liegt daran, dass es für dieses Thema nur wenige richtige Worte gibt. Die Autoren dieses Buches hat genau diese gefundene und somit meiner Meinung nach ein Meisterwerk erschaffen. Ich vergebe wunderbare 5 von 5 Sternen für ein Buch mit einem wichtigen und zugleich schwierigen Thema.

Sonntag, 12. Februar 2017

„Die Liebeserklärung“ von Jean-Philippe Blondel

Wenn er hinter der Kamera verschwindet …

Corentin arbeitet in einem kleinen Geschäft für Hochzeitsfotos und Hochzeitsfilme. Er begleitet mit seinem Onkel in den Sommermonaten viele Hochzeiten mit der Kamera. Daraus wird je nach gebuchtem Paket ein Film zusammengeschnitten. Häufig kommt es vor, dass Menschen, wenn sie mit ihm und seiner Kamera alleine sind seine Anwesenheit vergessen und der Kamera ihr tiefstes Inneres ausschütten. Eines Tages entdeckt sein Onkel dieses Talent in ihm und rät ihm, das ganze als Projekt auszuweiten. So filmt er die unterschiedlichsten Personen und jeder erzählt der Kamera seine Geschichte, seine Gedanken und seine tiefsten Gefühle.

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und man kommt gut voran. Jedoch fehlt die Tiefe an vielen Stellen. Im Grunde genommen hätte mich die Geschichte bestimmt tief berühren können. Leider blieb jedoch alles sehr sachlich, womit die Gefühlsebene weitgehend verloren ging. Sehr schade, denn das Potenzial wäre da. Ca. in der Mitte des Buches versteckt sich eine sehr schöne Message, man muss nicht mal zwischen den Zeilen lesen um sie zu verstehen. An dieser Stelle dachte ich, das Buch konnte mich nachhaltig beeindrucken, ich wurde leider jedoch in dieser Hinsicht enttäuscht, denn nach dieser Message habe ich keine kräftige und dauerhaft beeindruckende Aussage mehr gefunden. Auch ein Spannungsbogen hat mir leider gefehlt, sodass auch bildlich von meinen Augen die Geschichte nicht entstehen konnte, da nicht nur der Spannungsbogen fehlte, sondern leider auch durch die sachliche Weise durch welche geschrieben wurde die bildliche Ebene.
Aber gut war, dass die einzelnen Szenen, welche die Monologe in die Kamera darstellen in einer anderen Schriftart geschrieben sind, denn das ganze erleichtert beim Lesen das Verständnis sehr.

Da ich gut unterhalten war, wie jedoch einige Dinge aber gefehlt haben vergebe ich 3 von 5 Sternen.

Dienstag, 7. Februar 2017

„Wenn du Liebe versprichst“ von Louise Douglas

Wenn der Hass den Tod überdauert …

Olivia hat auf tragische Weise ihren Mann bei einem Autounfall verloren. Er war er ein und alles, ihr Lebensinhalt ihre Stütze. Die beiden haben in London sich ihr Leben aufgebaut. Doch er soll im Familiengrab seiner Familie in Portiston beigesetzt werden. Mit seiner Familie kam Olivia noch nie gut aus. Seine Mutter Angela und die Frau seines Zwillingsbruders Marc, Natalie habe dir das Leben vielleicht gemacht. Immer wieder haben sie den beiden Steine in den Weg gelegt, versucht die beiden auseinanderzubringen, doch die Liebe siegt!

Der Schreibstil in diesem Buch ist angenehm zu lesen und dem Thema angemessen gewählt. Die Geschichte ist einfühlsam geschrieben und die Handlung wunderbar bildlich dargestellt. So steht zum Beispiel die Anwesenheit eines schwarzen Hundes für eine schwere Depression. Durch solche sprachliche Bilder zeichnet sich die Art der Geschichte aus, sie macht die Geschichte lebendig. Auch die Darstellung diverser Gefühlslagen und die Umsetzung der Handlung der Protagonisten in diesem Bezug ist wunderbar gelungen. Der Leser kann sich perfekt in die erzählende Protagonistin hineinversetzen und unter Umständen auch ihre Gefühle und Gedanken nachvollziehen.
Auch dass die Geschichte zum einen in der Vergangenheit und zum anderen in der Gegenwart geschrieben ist gefällt mir sehr gut. Das bietet etwas Abwechslung und bringen zwischendurch auch mal eine erfreuliche Stimmung versetzen kann. Da sich beide Zeiten abwechseln kommt man auch nicht durcheinander und befindet sich immer gedanklich in der richtigen Zeit.

Er hat dieses Buch sehr gut gefallen und deshalb gebe ich wunderbare 4,5 von 5 Sternen.

Donnerstag, 2. Februar 2017

„Das Glück kennt kein Erbarmen“ von Harald Schmidt

Kann das Leben gerecht sein?

Nach einer Trennung hat sich Thomas erst mal eine Auszeit am Meer gegönnt. Als er am Strand entlang läuft fällt ihm eine junge Frau auf, sie ist drauf und daran in den sicheren Tod zu gehen. Alle Warnrufe, dass das mehr weiter hinten tiefer wird ignoriert sie. Starren Schrittes steuert sie auf den sicheren Tod zu. Er sieht gerade noch, als sie untergeht. In einer atemberaubenden Rettungsaktion gelingt es ihm jedoch, diese Frau aus dem Wasser zu ziehen. Er beginnt sofort mit den Wiederbelebungsmaßnahmen und er schafft es, nach geraumer Zeit öffnet sie die Augen. Doch wenn er noch glaubte, sie würde sich darüber freuen und sei dankbar, dass er das Leben gerettet hat verlor er dieses glauben in ebendiesem Moment.

Der Schreibstil des Buches ist angenehm zu lesen. Die Protagonisten in dem Buch werden einem schnell sympathisch oder auch nicht. Ebenso wie es in einem abwechslungsreichen Buch sein soll. Ein Buch, das das Thema Missbrauch und das Thema Krebs vereint. Was mich am Anfang schockiert hat hat es mich am Ende berührt. Die Darstellung der unterschiedlichen Sichtweisen auf diese ernsten Themen finde ich sehr gut gelungen. Der ich-Erzähler in diesem Buch blickt reflektiert auf die Geschehnisse und kann sie so wunderbar erläutern.
Aber irgendetwas hat mir gefehlt, ich kann nicht ganz sagen, was es war, aber voll und ganz ist der Funke nicht übergesprungen, ich bin aus irgendwelchen Gründen nicht vollkommen überzeugt von diesem Buch.

Das trotzdem eine super gute Leistung war vergebe ich 4,5 von 5 Sternen.