Montag, 31. Oktober 2016

„Honigmilchtage“ von Julia Rogasch

Wie klein die Welt sein kann …

Carla ist komplett unglücklich ihrem Job, sie arbeitet als Vertreterin einer Medikamentenfirma im Außendienst. Von Pünktlichkeit hält sie nichts manchmal oder meistens erscheint sie lediglich zu ihren Außenterminen, vom Büro hält sie sich weitestgehend werden. Bis er jemand einen Ratgeber schenkt. Dieser Ratgeber veranlasste dazu mit der entsprechenden Autorin über ihre Lebenssituation per E-Mail zu kommunizieren. Als dann ihr Mann Julius einen Zusammenbruch erleidet, an diesem Tag, an welchem sie ihren Job gekündigt hat verändert sich ganz plötzlich ihr Leben …

Der Schreibstil dieses Buches ist sehr angenehm zu lesen, man kann mit der Gedanken von Zeit zu Zeit auch abschweifen und kommt trotzdem im Buch immer weiter, denn wie es der Zufall will ergeben sich Konstellationen, mit denen keiner gerechnet hätte.
Ich muss aber sagen, für meinen Geschmack hat hier das Schicksal und der Zufall überhand genommen, denn es gibt noch mehr Menschen auf der Welt, als die handelnden Personen im Buch. Mir hat auch leider einiges an Emotionen gefehlt, bis zur Mitte des Buches fand ich es wirklich perfekt, doch irgendwann wurde es zu viel Zufall und zu berechenbar. Leider konnte das Ende meiner Meinung nach das Buch auch nicht vollkommen abrunden, ich hätte erwartet, dass Vorhaben, die noch angeschnitten wurden, im letzten Kapitel, dass diese zumindest noch umgesetzt werden würden. Schade.

Das Buch hat super angefangen, Abende jedoch deutliche Defizite aufgewiesen. Ich kann traurigerweise nur 3 von 5 Sternen vergeben. Dies ist aber trotzdem eine tolle Bewertung, das schafft auch nicht jeder ;)

Sonntag, 23. Oktober 2016

„Professor Heimlich und die Farbenleere“ von Mortimer M. Müller

Ein satirischer Roman, der seinesgleichen sucht

Professor Heimlich Wissenschaftler. Er erforscht Sinn und Unsinn. Als er zu einem speziellen Fall der Polizei gerufen wird, seine Fachexpertise gebraucht wird. In Hamburg in einer Gasse befinden sich plötzlich Flecken, komplett ohne Farbe. Außerdem liegt dort eine kleine Harfe, an der Stelle, der Farbenleere scheint ein Troll ursprünglich seine Kompositionen vorgetragen zu haben. Doch vom Troll fehlt jede Spur. Schnell tauchen weitere Flecken auf, die Ermittlungen verlaufen immer wieder in neue Richtungen, Verdächtigungen etc.

Dieses Buch enthält kein konventionelles Konzept, es ist ein Konzept voller Satire. Sinn und Unsinn spielen eine sehr große Rolle in diesem Buch, was dazu anregt, mal selbst über den Sinn und den Unsinn nachzudenken. Der Anfang verlief vom Lesefluss gesehen schleppend, aber als ich dann im Buch und in der Geschichte drin war gab es kein Halten mehr. Es liest sich dann sehr gut  und hat mich wirklich unterhalten. Es ist jedoch kein Buch für zwischendurch, kein Buch zum abschalten, man benötigt volle Konzentration, um der Geschichte folgen zu können. Viele Zusammenhänge werden erst am Ende der Geschichte klar, was manchen vielleicht verunsichern könnte. Hat man Jedoch das Ende erreicht man wirklich begeistert, also zumindest mir ging es so.

Um noch einmal zusammenzufassen, klappt andere Dinge, die mich gestört haben, aber diese sind Geschmackssache und ich ansonsten wirklich begeistert war kann ich guten Gewissens 4,5 von 5 Sternen vergeben. Das Buch ist auf jeden Fall für jeden zu empfehlen, mal was komplett unkonventionelles lesen möchte.

Donnerstag, 20. Oktober 2016

„Die Mutter meiner Mutter“ von Sabine Rennefanz

Eine zeitlose Familiengeschichte

Anna lebt mit ihrer Stiefmutter und ihrem Vater in einem kleinen Ort mit dem Namen „Sorge“. Ihr Vater ist Angestellter und arbeitet am Bahnhof. Er ist zuständig für die Koordination der sogenannten „Todeszüge“, welche zur Deportation der Juden aus den Städten dienen. Krieg beginnt und nach einiger Zeit wird ihr Vater von Soldaten abgeholt. Dies ist ausschlaggebend dafür, dass die Stiefmutter beschließt, den Wunsch zu tötet und sich auf die Flucht zu machen. Für Anna ein traumatisches Erlebnis, denn sie besorgt den Hammer, den ihre Mutter verlangt und hätte nun fest, während sie ihm den Kopf einschlägt. Kurz darauf mit ihr Haus besetzt und sie packen alles was sie brauchen in einem kleinen Handwagen und laufen ziellos ihres Weges.

Der Schreibstil ist der Zeit, in welcher das Buch spielt angemessen. Es wechselt immer zwischen einem auktorialen Erzähler und der Enkelin, welche über die Geschichte ihrer Großmutter erzählt hin und her. Das gefällt mir sehr gut, denn dies lockert das Buch deutlich auf. Ich muss aber sagen, dass sich in dieser Geschichte deutlich mehr Gefühl erwartet habe, sie wird einfach sachlich erzählt und große Emotionen konnte ich nicht finden. Leider sehr schade, denn ich glaube, das hätte das Buch noch ein bisschen prägender gemacht, die Geschichte ist nämlich sehr zeitlos, denn Flüchtlinge gibt es auch heutzutage sehr viele und es wird einfach gezeigt, was eben diese auf ihrer Flucht erleben können bzw. erleben. Man sieht die Welt aus anderen Augen doch durch mehr Emotion könnte das Buch länger im Gedächtnis bleiben.

Aufgrund dessen vergebe ich 3,5 von 5 Sternen.

Samstag, 15. Oktober 2016

„Italienische Nächte“ von Katherine Webb

Eine packende Geschichte, im Zeichen der Nachkriegszeit in Italien


Claire lebt mit ihrem Mann und ihrem Stiefsohn in einer heilen Welt. Bis ihr Mann wegen eines Auftrags nach Italien zu einem Freund, welcher ihm ein großes Projekt versprochen hat reisen muss. Nach einiger Zeit bekommt klärt die Nachricht, dass sie mit ihrem Stiefsohn hinterher reisen soll, denn der Auftrag und die Ausführungszeit werden sich über eine lange Zeit in die Länge ziehen. Als sich jedoch ankommen, beginnt jeder heile Welt ins Wanken zu geraten, dass ungeheuerliche Dinge passieren Italien, kurz nach dem Krieg ist dieses Land von Aufständen der Arbeiter beherrscht, diese Tatsache beginnt nach und nach immer größere Auswirkungen auf sie selbst und auf ihr Umfeld zu bekommen.

Der Schreibstil in diesem Buch ist der Zeit, in welcher die Geschichte spielt angepasst, d. h. er beinhaltet Worte, die heutzutage zwar nicht mehr unglaublich geläufig sind, die man sich trotzdem mithilfe des Internets oder der Textzusammenhang erschließen kann. Der Geschichte schadet diese Tatsache in keinster Weise, es macht sie nur umso realistischer. Dank einer sehr von Bildern gespickte Schreibweise der Autorin wird das Buch lebendig. Teilweise sogar so lebendig, dass die Geschichte wie ein Film vor den Augen abläuft. Die Lebensumstände der Arbeiter, sowie der reichen zu jeder Zeit werden beide von auktoriale Erzählern sehr gut dargestellt, sodass sich das Buch in keinster Weise für oder gegen eine der beiden Seiten berichtet. Diese Objektivität gefällt mir sehr gut. Jedoch muss ich sagen, dass mir die Emotionen gefehlt haben. Meine Augen blieben trocken, d. h., dass die Emotionalität in diesem Buch mich nicht vollkommen überzeugen konnte. Gerade das Ende, von diesem hätte ich erwartet, dass es mir die Tränen aus den Augen treibt.

Da ich aber trotzdem von diesem Buch wirklich überzeugt wurde, vergebe ich 4 von 5 Sternen.

Samstag, 8. Oktober 2016

„Die Frauen von la Principal“ von Lluis Llach

Die schauerliche Geschichte einer Familie um 1940

Maria lebt mit ihrem Vater und ihren Brüdern auf einem renommierten und bekannten Weingut. Die Zeiten sind nicht immer gut, Krieg hat vieles verändert. Das Weingut läuft nicht mehr optimal und somit setzt sich der Vater mit den Brüdern nach Barcelona ab. Maria muss zurückbleiben um mit ihrer Amme Ursula und diversen Angestellten das Gut in Ordnung zu halten. Nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters wird ihr ein folgenschweres Erbe überlassen. Als dann nach einiger Zeit die Ermittlungen in einem Mordfall wieder aufgenommen werden droht alles, was ihr lieb und teuer ist ins Wanken zu geraten.

Der Schreibstil des Buches ist angenehm zu lesen. Mit den Namen kommt man jedoch gerne durcheinander, denn alle weiblichen Nachkommen in dieser Familiendynastie werden auf den Namen Maria getauft. Da kommt man schnell durcheinander. Mit der Zeit jedoch und wenn man die Zeitangaben am Anfang der einzelnen Kapitel beachtet kommt man gut in das Buch rein. Die Geschichte ist wirklich interessant, gerade weil sie auch Themen beinhaltet, die in den Jahren um 1940 ein tabu waren. Lediglich die Emotionen haben mir definitiv gefehlt, denn Potenzial für eine gefühlvolle Geschichte hätte dieses Buch auf jeden Fall. Aber meine Augen sind trocken geblieben, d. h. der Schreibstil war zwar angenehm zu lesen, wie schon erwähnt aber die Emotionen haben definitiv gefehlt. Im Mittelpunkt dieses Buches standen die Tabuthemen, die ich eben erwähnt habe, was mir wirklich gefallen hat. Der Schwerpunkt liegt auf dem historischen Kontext und somit ist dieses Buch ein gut geschriebener  historischer Roman.

Um noch einmal zusammenzufassen, ein wirklich angenehmer Schreibstil trifft auf eine unglaubliche Geschichte. Die Emotionen fehlen mir aber, deshalb kann ich nur 4 von 5 Sternen vergeben.

Samstag, 1. Oktober 2016

„Rosmarintage“ von Silke Schütze

Eine wichtige Reise …

Tamara ist Altenpflegerin und in ihrem Job im Altersheim relativ unzufrieden. Ihrer Chefin ist ein Drache und ihr Urlaub wird ständig verschoben. Als sie nach einem Streit mit ihrer Chefin zu ihrem Auto flüchtet muss sie feststellen, dass Max, ein Bewohner des Heimes in ihrem Auto sitzt. Er überredet sie, eine Tour nach Südfrankreich zu unternehmen. Erst ist sie voller Zweifel doch mit der Zeit gewöhnt sich daran und es gefällt ihr sogar sehr. Auf diese Reise lernt sie neue Freunde kennen und lieben.

Das Buch erzählt in sehr lebhaftem Stil die Geschichte dieser Reise. Das Buch liest sich sehr einfach, was den Unterhaltungswert deutlich steigert. Doch mir fehlt gerade am Ende die Emotion. Gerne vertrete ich bei Büchern mit solchen Thema eine Träne, aber bei diesem irgendwie nicht. Das Potenzial dazu hätte dieses Buch definitiv aber irgendetwas fehlt, was das Buch zu einem emotionalen Erlebnis machen würde. Schade eigentlich, denn das ist mein einziger Kritikpunkt.
Mir gefällt auch, dass dieses Buch sich immer wieder auf seinen Titel bezieht und dass man die Bedeutung des Titels mit der Zeit greifen kann.

Da mir wie schon erwähnt die Emotionen fehlen und diese für ein Buch aber sehr wichtig sind kann ich leider nur 4 von 5 Sternen vergeben. Trotzdem ist das Buch definitiv empfehlenswert.