Mittwoch, 27. Juli 2016

„Calling USA“ von Paula Dreyser

Was wäre wenn…

Lydia lebt mit ihrer Tochter Laura in Mainz. Ihr Leben ist perfekt, wenn nicht plötzlich das Foto mit einem amerikanischen Soldaten auftauchen würde. Es lässt sie nicht mehr los, zu erfahren was aus ihm wurde, nachdem er in die USA zurückgekehrt war. Damals, in längst vergangenen Zeiten war sie mit ihm verlobt und sie wollten heiraten, doch alles kam anders als das Herz wollte. Ihre Wege trennten sich, doch jetzt, viele Jahre später sollen sie wieder vereint werden, unter dramatischen Umständen.

Dies ist das 1. Buch einer entstehenden Reihe. Die Aufmachung gefällt mir sehr gut, zwischen einigen Absätzen sind immer wieder Zeichnungen von Telefonen anzuschauen, diese machen das Buch so unkonventionell und einzigartig. Der Schreibstil gefällt mir auch sehr gut, doch einige Stellen sind kursiv geschrieben, wohin der Mann unter diversen Umständen die Logik leider nicht finden kann. Es ist toll, dass Begriffe oder Textstellen aus Liedern kursiv geschrieben sind und auch die Gedankengänge, ich hätte beides jedoch in unterschiedliche Schriftarten gepackt, denn so stelle ich persönlich leider immer wieder zwischen den Gedanken von Lydia und den Liedern einen Zusammenhang her, der eigentlich nicht existent ist. Ansonsten hat mir das Buch wirklich gefallen, es ist mitreißend aber mir fehlt das gewisse Etwas, am Ende etwas mehr Gefühl und Plopp hätten es 5 Sterne werden können.

Da ich jedoch einige Kritikpunkte leider hatte und mir das gewisse etwas gefehlt hat vergebe ich wunderbare 4 von 5 Sternen.

Montag, 25. Juli 2016

„Glücksfaserrisse“ von Gabriele Popma

Aus dem Leben einer Familie…

Dieses Buch ist die Fortsetzung des Romanes „Umwege zum Glück“.

Einige Jahre später…
Alexander, Corinna, Gerhard und Sandra sind eine ganz normale Familie, eigentlich. Alex sitzt nämlich im Rollstuhl, er ist querschnittsgelähmt und kann somit nicht laufen. Und genau dieses Handikap steht in diesem Roman im Vordergrund. Gerhard steht kurz vom Abitur und hat hin und wieder mal diverse Probleme mit dem anderen Geschlecht. Sandra ist 10 Jahre alt. Sie beginnt wie ihre Klassenkameraden auch mit der Phase der Pubertät. Da bleiben auch heutzutage leider alltägliche Dinge wie Mobbing nicht lange auf sich warten. Und die Ehe von Corinna und Alexander wird auf eine harte Probe gestellt, denn irgendjemand hat es auf Alex abgesehen und versucht ihm das Leben schwer zu machen.

Der Schreibstil dieses Buches ist recht einfach und somit sehr flüssig zu lesen. Aufgrund vielseitiger und zugleich sympathischer Charaktere wird dieser Roman auch keineswegs langatmig, sondern bleibt dauerhaft interessant und spannend. Die tolle Darstellung der Gefühle der einzelnen Charaktere und extra zu erwähnen, die lobenswert ausgedrückten Gefühle der Rollstuhlfahrer in diesem Buch machen den Roman zu einem emotionalen Erlebnis ohnegleichen.

Wenn die Darstellung von Menschen mit Handikap in jedem Roman so gut gelingen würde mich in diesem könnte sich die Einstellung der Bevölkerung dieser Welt der Bezug auf diverse Randgruppen deutlich verändern. Ich beziehe mich hiermit nicht nur auf Menschen mit Handikap, sondern auch auf Drogenabhängige, Migranten oder homosexuelle. Da ich auch sonst keinerlei Kritikpunkte finden kann vergebe ich einzigartige 5 von 5 Sternen!

Montag, 18. Juli 2016

„Rocky Mountain life [Lara + Hank]“ von Virginia Fox

Alles beginnt mit einer Erbschaft…

Wenn Lara gewusst hätte, dass ihr Vater krank ist hätte sie bestimmt in letzter Zeit mehr mit ihm gemacht. Sie ließ sich aber von ihrem Job vollkommen einspannen. Jetzt steht sie vor dem Grab und kann es nicht fassen. Als sie dann von einem Anwalt zur Testamentseröffnung geladen wird macht sie das stutzig, denn die hat er ihr etwas von einem Testament gesagt. Eigentlich ist doch alles klar, sie ist Alleinerbin, ihre Mutter ist tot und Geschwister hat sie nicht. Sie erhält auch lediglich einen Brief vom Anwalt ausgehändigt. Darin öffnet ihr Vater einige Rätsel und empfiehlt ihr, da sie nun die Besitzerin einer halben Ranch ist für einige Zeit in die Rocky Mountains zu fahren. Das ganze macht sie neugierig und mit dieser Reise beginnt ein neues Leben…

Das oben genannte Buch ist Teil einer Reihe von Büchern. Ich bin mit diesem Buch quer in die Reihe eingestiegen und muss sagen, selbst ohne die Vorkenntnisse aus den vorhergegangenen Büchern kann man es sehr gut lesen ohne dass einem etwas fehlt. Die Geschichte ist in sich abgeschlossen was mir sehr gut gefällt. Anfänglich ist es ein Buch zum abschalten, die Seele kann einfach baumeln. Doch irgendwann überschlagen sich die Ereignisse und volle Aufmerksamkeit des Lesers ist gefordert. Mir gefällt dieser Wechsel sehr gut, denn das schafft Abwechslung. Der Schreibstil ist relativ einfach gehalten und trägt anfänglich zur Entspannung und später zur Aufrechterhaltung der Spannung bei.  Die Charaktere sind mir sofort sympathisch gewesen und man kann sich sehr gut mit ihnen infizieren. Auch viele Tiere spielen eine Rolle in diesem Buch, was mir auch unglaublich gut gefällt, ich mag Tiere und die Autorin hat es geschafft, diese Stellen so zu schmücken, dass wirklich die Gefühle zwischen Mensch und Tier fast greifbar werden. Einfach einzigartig!

Um noch einmal alles zusammenzufassen, die Geschichte ist entspannend wie spannend, aber nichts für schwache Nerven. Auch als Quereinsteiger in die Reihe hat man es nicht schwer, denn es werden keinerlei Vorkenntnisse aus vorhergegangenen Büchern benötigt.  Da mir die Sache wirklich gefallen hat kann ich guten Gewissens 4 von 5 Sternen vergeben.

Freitag, 15. Juli 2016

„Für immer und einen Tag“ von Amanda Brooke

Die Zukunft selber schreiben

Emma hat einen Tumor im Kopf. Zuerst besiegt sie den Kampf gegen den Krebs, doch dann kehrt er zurück. Und das in äußerst aggressiver Form. Gemeinsam mit ihrer Familie kämpft sie um ihr Leben. Um einen Platz an einer Studie, doch ehe diese beginnen kann kommt alles anders als man denkt. In der Zeit zwischen beiden Behandlungen hat sie immer wieder epileptische Anfälle die sie in eine andere Welt katapultieren. Irgendwann beginnt sie die Zukunft, die ihr nicht ermöglicht werden kann mithilfe eines Buches, dass sie selbst schreibt zu erleben.

Der Schreibstil ist wirklich passend zum Buch, nicht zu anspruchsvoll, aber auch nicht so einfach. Durch unterschiedliche Schriftarten findet man sich sehr gut zwischen den Welten zurecht. Wie die Autoren in der Danksagung schreibt, wurde sie durch den Tod ihres Sohnes zu diesem Buch inspiriert, die Umsetzung gefällt mir wirklich gut und ich zolle ihr großen Respekt für die Erschaffung dieses Romanes. Es sind sehr viele Gefühle zwischen diesen Buchseiten und deshalb glaube ich, dass das Buch auf jeden Fall für Leute gemacht ist, die ein bisschen emotionale Bücher sehr gerne mögen, für Leute die Emotionen nicht in ihren Büchern haben wollen ist dieses Buch definitiv nicht geeignet. Auch für Menschen mit schwachen Nerven ist gerade das Ende bestimmt sehr hart, denn dort sind unglaubliche Emotionen zu finden. Von der Art kann man das Buch ein kleines bisschen mit dem Roman „Agnes“ von Peter Stamm vergleichen, von der Art also gemeint ist der Aufbau und das Spielen der Geschichte in beiden Welten sind sich die beiden Romane wirklich ähnlich, doch in diesem Buch sind vielmehr Emotionen und Gefühle zu finden als bei „Agnes“.

Da ich von diesem Buch wirklich überzeugt und begeistert bin freue ich mich, großartige 5 von 5 Sternen zu geben.

Montag, 11. Juli 2016

„eine Kalorie kommt selten allein“ von Rainer Calmund

Typisch Calmund

Rainer Calmund ist Deutschlands größter Feinschmecker. Selbstverständlich sieht man ihm das an, doch das war nicht immer so. Als das Nachkriegskind zur Gewichtszunahme in Kur geschickt wurde nahm zwar das Gewicht nicht deutlich zu, jedoch der Feinschmecker wurde in ihm geweckt. Nicht etwa durch besonders gute Küche in der Kurklinik, nein eben durch das Gegenteil. Eine Leidenschaft begann sich zu entwickeln die Calli zu Calli werden ließ.

Mit viel Humor und einer Prise Sarkasmus erzählt er in diesem Buch die Geschichte seiner Pfunde. Der lockere und humorvolle Schreibstil unterhält den Leser einzigartig. Das ganze wird durch fett gedruckte Zitate, Fotos und Schemata untermalt. Hin und wieder findet sich auch ein leckeres Rezept zwischen diesen Buchseiten. Man nimmt ihm ab was er schreibt, denn er erzählt die Geschichten derart authentisch dass man teilweise sogar glaubt dabei gewesen zu sein. Er schont weder sich noch andere vor seinem eigenen Humor. 4 auch sehr lustige Gastbeiträge befinden sich am Ende dieses Buches welche einen wunderbaren Abschluss von vielen Anekdoten aus dem Leben des Rainer Calmund bildeten.

Dieses Buch ist kein klassisches Buch mit irgendeiner Geschichte, es ist eine wahre Geschichte und das macht dieses Buch authentisch. Es zählt ab jetzt zu meinen Favoriten, da ich keinerlei Kritik finden kann. Es ist ein Pageturner und auch wegen den lustigen Einwürfen an Bildern, Schemata und Rezepten vergebe ich einzigartige 5 von 5 Sternen.

Sonntag, 10. Juli 2016

„Das Glück in deinen Augen“ von Harried Evans

Wenn eine Frau nicht weiß was sie will

Tess ist eine ganz normale Frau. Als sie sich von ihrem Freund trennt flüchtet sie Hals über Kopf zurück in ihrer Heimat nach Langford. Ein verschlafenes Städtchen in welchen die Zeit stehen geblieben scheint. Sie nimmt einen Job an der örtlichen Universität an und gibt einen Kurs, welcher als Abschlussfahrt eine Reise nach Rom durchführen wird. Als sie ihren alten Freund Adam wieder trifft beginnt sie eine Beziehung mit ihm. Die 2 scheinen füreinander bestimmt doch die Reise nach Rom verändert alles.

Eigentlich ist der Schreibstil der Autorin sehr einfach, dafür der Inhalt der Geschichte umso verwirrender. Sie plätschert so vor sich hin ohne große Höhen und Tiefen. Leider lässt das Ganze die Geschichte wie einen Kaugummi zäh werden. Der einzig interessante. Scheint eine ältere Frau im Ort zu sein, doch die Geschichte hinter ihr hat zwar viel Potenzial wurde jedoch so kurz und knapp erzählt, dass sie ihre Wirkung nicht entfalten kann. Ich hätte mir auch viel mehr Emotionen gewünscht, denn es gibt viele verschiedene Liebesbeziehungen in diesem Buch doch wirklich Leidenschaft habe ich in keiner gesehen.

Da das cover dieses Buches wirklich schön gemacht ist, jedoch leider nicht zur Geschichte passt, welche meiner Meinung nach gerade mal einen Stern wert ist bekommt das cover einen Extrastern und somit vergebe ich 2 von 5 Sternen. Schade!

Freitag, 1. Juli 2016

„Die fabelhaften Schwestern der Familie Cooke“ von Karen Joy Fowler

Mal was ganz anderes

Rosemarie redet gerne und viel. Deshalb wurde ihr beigebracht, aus 3 Dingen, die sie sagen möchte das wichtigste herauszusuchen. Und Geschichten immer in der Mitte zu beginnen nie von vorne. Und so ist es, auch die Geschichte dieses Buches beginnt in der Mitte. Rosemarie ist anders, zwar wohnt sie mit den anderen Studenten im Wohnheim, doch ihr Verhalten entspricht häufig nicht dem, was die Norm erwarten würde. Ihre Vergangenheit versucht sie zu verdrängen und spricht nicht darüber. Eigentlich spricht sie so gut wie nichts mehr, was nicht ganz verwunderlich ist, zumindest wenn man die Aspekte betrachtet, wie sie im Buch geschildert sind. Es werden erschreckende Dinge aufgedeckt.

Der Schreibstil dieses Buches ist anfangs sehr verwirrend. In der Anfangsphase kann es dadurch auch sehr langatmig wirken. Wenn man aber ungefähr die Hälfte des Buches gelesen hat möchte man es nicht mehr aus der Hand geben und es so gefesselt und teilweise über wirklich harte, aber wahre Fakten erschüttert. In Bezug auf die Geschichte für das cover des Buches den Leser ein bisschen in die irre, denn der Inhalt ist nicht der, den man erwartet.
Die ich-Perspektive ist wirklich authentisch geschrieben, sie trifft den erzählenden Charakter wie er sich darstellt sehr gut und berichtet ziemlich reflektiert und auf der Basis von mehreren, psychologischen Theorien wie denen von Sigmund Freud oder Jean Piaget.

Alles in allem ist das Buch ein sehr gelungenes Werk und wirklich lesenswert. Man muss es jedoch mit viel Konzentration lesen, sonst kann man diverse Handlungsvorgänge nicht nachvollziehen oder verknüpfen. Das Buch bleibt auch definitiv im Kopf und der Leser wird zum Nachdenken angeregt, schon alleine deshalb, weil er bei der Entwicklung des wirklichen Geheimnisses um die Schwester von Rosemarie geschockt ist und das weitere Handlungsthema ein aktuell viel diskutiertes Thema ist. Da noch dieses Buch leider einige Mängel hatte kann ich traurigerweise nur 4 von 5 Sternen vergeben. Doch auch das ist eine sehr gute Wertung.