Mittwoch, 29. Juni 2016

„Das Orchideenhaus“ von Lucinda Riley

 Wenn der Kreis des Lebens sich schließt


Als Julia ihren kleinen Sohn und ihren Mann bei einem Autounfall verliert bricht ihre Welt zusammen. Hals über Kopf bricht sie mit ihrer Schwester nach England auf. Dort bezieht sie ein düsteres Haus, weil sie die Anwesenheit ihrer Nichten und Neffen nicht ertragen kann, sie erinnern sich zu sehr an ihren eigenen Sohn. Doch mit ihrer Rückkehr nach England beginnt die Vergangenheit ihre düsteren klauen um die Geschwister zu legen.

Ein altes Haus ist das Hauptobjekt dieser Geschichte, um es ranken sich die ganzen Geschichten. Die Darstellung ist sehr gut gelungen, der Leser kann sich alles bildlich wunderbar vorstellen. Der Schreibstil passt sich der im Kapitel verwendeten Jahreszahl an und entspricht auch immer der Gesellschaftsschicht welche gerade die Handlung bestimmt. Einige der Charaktere bringen auch zwischendurch mit Sarkasmus und Humor eine Auflockerung, denn gerade das Buch aufs Ende zugeht wird die Geschichte wirklich emotional. Auch die ein oder andere Träne wird der Leser vergießen.

Dieses Buch hat mir eigentlich gut gefallen, doch irgendwie hat mir am Ende des Buches auch wenn sich der Kreis in einem einzigartigen Happy End schließt irgendetwas gefehlt. Es ist einfach ein typischer historischer Roman ohne sich von seinen Artgenossen abzuheben. Aufgrund dessen kann ich leider nur 4 von 5 Sternen vergeben.

Freitag, 24. Juni 2016

„Vollidiot“ von Tommy Jaud

Wenn ein Mann alleine lebt…

Simon ist Kundenberater bei einem Telekommunikationsunternehmen. Seinen Job mag er nicht sonderlich, die Abende in den Kneipen jedoch umso mehr. Oft kommt es deshalb vor, dass er sich vielleicht ein bis 2 Gläser zu viel gönnt und dann Sturz betrunken dumme Dinge tut. Jedoch muss ich sagen, dass er auch ohne den Konsum von Alkohol nicht die hellste Leuchte am Kerzenständer ist. Dieses Buch zeigt, was in einem Band vorgeht, was er denkt und was er fühlt.

Der Schreibstil passt sich der Art des ich-Erzählers an. D.h. oft werden verschlungene Gedankengänge in komplizierte Satzkonstrukte gepresst, so das man einen Satz mehrfach lesen muss um ihn zu verstehen. Auch deshalb braucht man einige Zeit um sich in dieses Buch hinein zu finden. Bei mir hat es leider etwas länger gedauert, ich habe mich erst nach der Hälfte mit diesem Buch anfreunden können. Zeitweise war ich kurz vorm Abbruch, denn diverse Gedankengänge des Erzählers beinhalten Informationen, die kein Mensch wissen möchte. Auch kommt es teilweise ziemlich doof, wenn er sich wieder über irgend eine banale Sache aufregt. Natürlich weiß ich, dass diese banalen Dinge eben das sind, was das Buch ausmacht. Mein Geschmack trifft es jedoch leider nicht und ich mag eigentlich humoristische Bücher sehr gerne. Ich finde auch, dass das cover nicht wirklich zum Inhalt des Buches passt ich hätte da nicht einfach nur 2 Beine abbilden lassen sondern vielleicht eben wieder Schreibstil dem Icherzähler ein angepasstes Chaos.

Da mich dieses Buch leider nicht überzeugen konnte kann ich 3 von 5 Sternen vergeben.

Dienstag, 21. Juni 2016

„Umwege zum Glück“ von Gabriele Popma

Umwege zum Glück

Corinna, eine junge Studentin lebt gemeinsam mit ihrer Schwester Astrid in München. Sie begleitet sie auf eine Party mit Kollegen. Ohne große Erwartungen sondern eher mit Angst, in einer so großen Gruppe unter zu gehen und sich dann zu langweilen geht sie in die Situation. Sie rechne nicht damit, dass sie auf einen unglaublich gefühlvollen Menschen treffen wird. Es wird ihre 1. Beziehung, doch als sie erfährt, dass die wirkliche Freundin von Alex lediglich auf einem Austausch in den USA weilt ist sie bestürzt. Alex versichert er immer wieder, dass er sobald Monika zurückkommt ihre Beziehung beendet, da er nicht mehr mit ihr glücklich sei. Doch es kommt immer anders als man denkt…

Das Buch ist vom Schreibstil her wirklich authentisch und lässt eine klare Linie erkennen. Die story zieht sich am Anfang ein bisschen, das gibt sich aber mit der Zeit. Ein klarer Pluspunkt ist der Bruch anzurechnen, weil die Autorin es geschafft hat, das Leben eines Rollstuhlfahrers  ziemlich authentisch darzustellen, auch seine Gefühle und Reaktionen auf die Umwelt und deren Reaktionen sind sehr gut dargestellt.

Um noch einmal zusammenzufassen kann man das Buch wirklich sehr gut weiter empfehlen, es stellt die Dinge wirklich wahrheitsgemäß dar und trägt sogar zur Diskussion und zum Nachdenken an. Auch wenn sich der Anfang etwas zieht, durchhalten lohnt sich!
Ich vergebe wunderbare 4 von 5 Sternen.

Samstag, 18. Juni 2016

„Die kleine Bäckerei am Strandweg“ von Jenny Colgan

Ein Buch zum Träumen!


Die gemeinsame Firma von Polly und Chris geht in die Insolvenz. Sie verlieren alles was sie haben, auch ihre gute Beziehung. Wobei diese eigentlich schon in den letzten Jahren immer mehr abgeflacht ist und jetzt, wo sie die Hypothek der Wohnung nicht mehr bezahlen können verlieren sie auch die. Vorübergehend zieht Polly zu ihrer Freundin aber eigentlich möchte sie das nicht. Alle Wohnungen in ihrer Stadt sind aber nicht für sie, entweder ist es ein Zimmer in einer WG mit komischen Leuten oder eine WG mit anderen Managern unter denen sie sich aber zu schlecht fühlt, da ihre Firma insolvent gegangen ist. Als sie dann eine alte Bäckerei in einem verfallenen Haus auf einer Insel nahe Cornwall findet verliebte sich sofort in die Bruchbude. Hier zieht sie auch ein und sie glaubt nicht, dass hier ein komplett neues Leben entsteht.

Der Schreibstil der Autorin ist leicht und lässt die Geschichte vor den Augen des Lesers dahin schweben. Schon das cover des Buches lädt zum Träumen ein, dies trifft auch auf die Geschichte zu, sie beinhaltet zwar keine allzu großen Spannungen oder Spannungsbögen doch hat sie immer wieder kürzere Sequenzen voller Spannung, Erwartung und Gefühlen. Was dieses Buch ausmacht sind die tollen Beschreibungen der Umgebung, man fühlt sich wirklich im Buch zu Hause. Auch die Charaktere sind zum größten Teil sympathisch, der 1. Eindruck trügt nie. Die story an sich gibt zwar nicht viel her, aber die Autorin hat wirklich das Beste rausgeholt und manchmal sogar noch mehr ;)

Da ich von diesem Buch nur schwärmen kann und als kleinen Zusatz am Ende noch wirklich leckere Rezepte zu den im Buch gebackenen Teigwaren zu finden sind kann ich dem Gesamtpaket einzigartige 5 von 5 Sternen vergeben.

Samstag, 11. Juni 2016

„Solange du da bist“ von Marc Levy

Eine definitiv unglaubliche Geschichte

Als Arthur im Badezimmerschrank seiner neuen Wohnung der Seele einer im Koma liegenden Frau begegnet verändert sich sein Leben innerhalb kürzester Zeit in ein andauerndes Abenteuer. Sympathisch sind sie sich nicht von der 1. Sekunde ihres Treffens, anfänglich gibt es deutliche Differenzen zwischen den beiden doch im Laufe der Zeit, die sie miteinander verbringen entwickelt sich eine magische Verbindung zwischen beiden.

Die Geschichte beginnt in einer sachlichen Schreibweise, fernab von Gefühlen die ein Leser spüren kann. Dies zieht sich bis ungefähr zur Hälfte des Romans, dann beginnt sich langsam das große Gefühl in die Geschichte zu mischen. Somit kann die 1. Hälfte des Buches durchaus langatmig wirken, was die 2. Hälfte auf jeden Fall wieder wettmachen kann. Um mit den Charakteren warm zu werden benötigte Leser eine gewisse Zeit, doch sobald er den Zugang gefunden hat kann es sich sehr gut in die beiden Hauptcharaktere hinein versetzen. Paul, einer der Nebencharaktere bringt den nötigen Humor in die Geschichte mit ein. Dies lässt sie sehr vielseitig und einfallsreich erscheinen. Die wichtigsten und aufregendsten Stellen in diesem Buch werden aber mit dem gewissen Etwas erzählt, sodass der Funke einfach überspringen kann, was den Leser am Ende des Buches zur Begeisterung treiben kann.

Da dieses Buch eine einzigartige story beinhaltet, die richtige Mischung aus Humor und Ernsthaftigkeit besitzt aber trotzdem auch diverse Mängel aufweist kann ich leider nur 4 von 5 Sternen vergeben. Dies ist jedoch auch eine sehr gute Wertung worauf man wirklich stolz sein kann.

Mittwoch, 8. Juni 2016

„Der Himmel über Tasmanien“ von Tamara MacKinley

Eine Geschichte über die Heimkehr

Lorelei wuchs gut behütet bei ihrer Tante auf. Sie ahnt nichts von ihren Geheimnissen. Clarice ist eine stolze Frau und hat alles diskret für sich behalten. Als jedoch der Brief eines renommierten Pferdezüchters eintrifft, welcher im mitteilt, dass sie aus seinem Hof ein Pferd zur Ausbildung stehen hat wächst der Wunsch in ihr, nach Tasmanien zu gehen und sich mit dem Pferd bekannt zu machen. Eigentlich ist das Pferd im Endeffekt nur eine sehr gute Begründung für sie, denn die Heimkehr hatte sie sich schon lange gewünscht, doch sie ahnt nicht, was für einen Stein sie damit ins Rollen bringt…

Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm zu lesen, die Landschaften, sowie die Gefühle der Hauptcharaktere wurden sehr gut rüber gebracht. Jedoch sind die Zeitsprünge meiner Meinung nach unzureichend gekennzeichnet, es springt hin und her, man hat nie eine Angabe wo man gerade ist, das muss man sich aus den Namen ableiten. Ich finde dies sehr schwierig, denn es behindert den Lesefluss und macht das Buch irgendwie unvollständig.
Die story an sich ist eigentlich ganz gut, sie wird jedoch häufig ziemlich konstruiert, gerade mit dem Verhalten von Gwen.

Aufgrund dessen kann ich leider nur 3 von 5 Sterne vergeben.

Sonntag, 5. Juni 2016

„Für immer in deinem Herzen“ von Viola Shipman

Einzigartiges Buch mit einer klaren Message.

Lauren studiert BWL, ist aber mit ihrem Studienfach nicht glücklich. Sie steht kurz vor den Prüfungen traut sich aber nicht ihrer Mutter zum Beichten, dass sie eigentlich ihre wahre Leidenschaft in der Malerei gefunden hat und lieber Kunst studieren möchte. Ihre Mutter arbeitet bei einem Starmagazin in der Onlineredaktion, fühlt sich aber auch nicht wohl. Sie verschließt sich vor allem und jedem, bis sie einen Anruf bekommt, der ihr Leben und das ihrer Tochter erst einmal verändert wird.

Der Schreibstil des Buches ist sehr einfach gehalten und unterstützt somit die Vorstellungskraft des Lesers. Erzählt wird die Geschichte in mehreren Zeitformen und aus verschiedensten Sichtweisen. Schon der Prolog wirft den Leser mitten in die Geschichte, mit einer solchen Kraft, dass man kaum wieder zurück in die Realität möchte. Es werden wunderbare sprachliche Bilder verwendet, was man zeichnen würden, ich aber sage, dass es zu einem solchen Buch sehr gut passt und ist die ganze Sache unterstützt.
Die Geschichte an sich beinhaltet sehr gefühlvolle Teile, bei welchen man zwischendurch eine Lesepause einlegen muss, weil die Stelle derart rührend sein kann. Mit den Charakteren kann man sehr schnell sich identifizieren und sich hineinversetzen.
Auch gestalterisch ist das Buch ein wahres Highlight, das cover lädt direkt zum Träumen ein und die einzelnen Abschnitte beginnen jeweils mit einem Symbol und einem sehr wichtigen Satz im Bezug auf die Geschichte dahinter.

Da dieses Buch extreme Gefühle beinhaltet und mich auf jeden Fall überzeugt und mitgerissen hat kann ich guten Mutes 5 von 5 Sternen vergeben und auf jeden Fall sagen, dass das Buch ab jetzt zu meinen Favoriten zählt.

Samstag, 4. Juni 2016

„Dem Himmel entgegen“ von Katja Maybach

Eine Familie und eine große Leidenschaft

Als Emmanuelle einen grässlichen Fehler begeht nimmt das Unheil seinen Lauf. Ihr Freund ist Halbjude und Pilot bei der Luft Hansa. Im Deutschland zu Beginn des 3. Reiches war natürlich seine Stellung nicht gerade die beste. Mit ausgefuchste Mittel brachte man ihn um seinen Job und Emmanuelle wurde benutzt, als Lockvogel. Zu dieser Zeit war sie schwanger, wollte es ihm eigentlich erzählen doch immer war etwas anderes wichtiger. Dann beginnt der Stein mit der Aufschrift Unheil zu rollen.

Der Schreibstil der Autorin ist gut gehalten, das Buch wird in verschiedenen Zeitformen erzählt. Jedes Kapitel trägt die Überschrift der haupthandelnden Person sowie des befindlichen Ortes und einer Zeitangabe. Zur Orientierung ist das durchaus angebracht und gut gemacht.
Die story an sich ist auch ideenreich, facettenreich und interessant. Jedoch fehlt mir irgendetwas, der letzte Funke, welcher mich von einem Buch vollends überzeugt es leider nicht übergesprungen, da hätten diverse Szenen doch noch etwas natürlicher rüber kommen können, manchmal gab es schon etwas konstruierte Stellen.
Das Ende rundet das Buch aber vollkommen ab und daher haben wir eine solide Leistung für welche ich 4 von 5 Sternen vergeben kann.