Dienstag, 26. April 2016

„Die Känguru Chroniken“ von Marc-Uwe Kling

Als eines Tages in der Nachbarwohnung ein Känguru einzieht verändert sich das Leben von Marc-Uwe. Auf relativ dreiste Weise dringt das Känguru in das Leben des Komikers ein. Er wird es nicht mehr los, überall begleitet es ihn und mischt das Umfeld auf. Marc-Uwe ist das eigentlich peinlich, er versucht das Känguru mithilfe von Aufforderungen unter Kontrolle zu halten, doch natürlich interessiert es das Känguru nicht, was Marc-Uwe möchte. Es gehört nur sich selbst und tut was es will.

Das besteht aus vielen kürzeren Geschichten aus dem Leben von Marc-Uwe und dem Känguru. Durch eine gute Prise Humor liest sich das Buch trotz vieler Fachwörter (werde nur zum Spaß verwendet, nicht zur Bildung) sehr leicht. Jedoch muss ich gestehen, dass einem das Känguru am Anfang schon ziemlich auf den Keks gehen kann, wenn sich Marc-Uwe öfter beklagt, wie ihn das Känguru nervt sich teilweise schon, dass es einfach vor die Tür setzt. Aber kurze Zeit tut er das nicht, denn sonst wär die Geschichte viel zu schnell vorbei.

Dieses Buch macht beim Lesen sehr viel Spaß, auch wenn das Känguru wirklich nerven kann. Ich vergebe für die Gesamtleistung jedoch nur 4 von 5 Sternen, denn einen bleibenden Eindruck hat das Buch nicht hinterlassen, was ich sehr schade finde.

Sonntag, 24. April 2016

„Für einen Sommer und immer“ von Julie Leuze

Als Annika erfährt, dass sie in geraumer Zeit ihre Mutter verlieren wird packt ihre Koffer und flieht in ein Hotel. Mit dieser Fluchtreaktion beginnt ihr Leben, sich von Grund auf zu verändern. Das geschieht nicht nur durch eine einzigartige Liebe, sondern auch durch die Findung des selbst. Eigentlich ist sie kein Mensch für Entspannung, doch mit der Zeit beginnt sie die Kraft zu sammeln, die sie braucht um ihre Mutter auf ihrem letzten Weg zu begleiten.

Das Buch liest sich sehr leicht, was vor allem dem souveränen ist-Erzähler zu danken ist. Der Schreibstil ist durchgängig und leicht verständlich. Die Autorin beschreibt die Kulisse der Berge, sowie weitere schöne Dinge mit einem unglaublichen souveränen Händchen, was den Leser wirklich in die beschriebene Gegend befördert. Die Thematik an sich ist nicht gerade die einfachste, doch durch diese eben beschriebenen, einzigartigen Beschreibungen, welche man auch auf Gefühle der handelnden Personen beziehen kann wird die Stimmung deutlich aufgelockert.
Leider fehlt es der einen oder anderen Stelle an einem Highlight, was den Leser wirklich vom Buch überzeugt. Es fehlt mir auch der gewisse Funke, der bei einem Buch meiner Meinung nach unbedingt überspringen muss, damit man der erzählenden Person die Geschichte abkaufen kann.

Um alles zusammenzufassen, ist das Buch ein gutes Buch für zwischendurch. Es liest sich sehr leicht und beinhaltet wunderbare Kulissen. Es fehlt jedoch ein Highlight.

Deshalb kann ich leider nur 3 von 5 Sternen vergeben.

Dienstag, 19. April 2016

„Als der Himmel uns gehörte“ von Charlotte Roth

Albert und Auguste sind Zwillingsschwestern und unzertrennlich. Zumindest glauben sie das. Ihr Vater ist ein berühmter Radiomoderator und schenkt Ihnen zum Geburtstag eine Reise zu den Olympischen Spielen. Alberta ist leidenschaftliche Bogenschützin in ihr gibt es den Wunsch, selbst für ihr Land anzutreten.
Viele Jahre später:
Jennifer ist Langstreckenläuferin. Sie läuft für ihr Leben gerne und wünscht sich nichts sehnlicher, als bei Olympia anzutreten. Jedoch verlassen sie in jedem Wettkampf kurz vom Ziel die Nerven. Sie macht sich auf die Suche nach der Vergangenheit um ihre Gegenwart in die richtigen Bahnen zu lenken. Als plötzlich ein Mann auftaucht und sie trainieren möchte beginnt der Anfang einer unglaublichen Reise in die Vergangenheit.

Das Buch basiert auf einer Geschichte, wie sie wirklich geschehen sein könnte. Dem Vorwort der Autorin kann man entnehmen, dass für die Geschichte Disziplinen gewählt wurden, welche bei den Olympischen Spielen in den betreffenden Jahren nicht existierten. Jedoch die Hintergrundgeschichte der einzelnen Akteure könnte so gewesen sein.
Die Schreibweise passt sich der jeweiligen Zeit in welcher man sich im Text befindet an. Es springt zwischen Gegenwart und Vergangenheit, was mir sehr gefällt und was auch wirklich gut gemacht ist. Eingeteilt ist das Buch in viele Abschnitte, welche jedes Mal mit kleinen Zitaten eingeleitet werden. Diese sind im Text wunderbar abgestimmt und passen perfekt. Der Anfang des Buches zieht sich leider etwas, da man schwer hinein gelangt, denn die Hauptakteurin in der Gegenwart ist mir persönlich nicht ganz sympathisch. Nichtsdestotrotz ist die Vergangenheit mit ihren Akteuren extrem gut gemacht, denn diese wachsen einem sehr schnell ans Herz. Ab der Hälfte des Buches kann man es kaum mehr aus der Hand legen, denn man ist vollkommen in der Geschichte drin und kann nicht wieder heraus.
Das olympische Fieber, wie es im Buch genannt wird packt den Leser.

Um alles noch einmal zusammenzufassen, es ist eine hochemotionale Geschichte einerseits zur Zeit, als Deutschland von Hitler regiert wurde. Andererseits in der Gegenwart in London. Die Vergangenheit ist sehr emotional und die Gegenwart löst alles auf.
Damit dieses Buch sehr gut gefallen hat, jedoch nicht alles perfekt war gebe ich 4,5 von 5 Sternen.

Dienstag, 12. April 2016

„Heute sind wir Freunde“ von Patrycja Spychalski

Eine nach zu schreibende Klausur, fünf Schüler, die nicht unterschiedlicher sein könnten und das Unwetter des Jahrhunderts.
Eine Nacht in der Schule eingesperrt, was würdest du tun? Diese Frage wird im oben genannten Buch mithilfe einer wunderschönen Geschichte beantwortet.

Aufgrund eines starken Unwetters kann die Schule es nicht verantworten, die Kinder nach Hause zu schicken. Jedoch herrscht nicht gerade helle Begeisterung, über die Tatsache, dass sie auf unbestimmte Zeit in der Schule festsetzen werden. Bei einem Fluchtversuch geschieht ein Unglück. Der Lehrer ist dazu gezwungen, mit dem Verletzten in die Notaufnahme zu fahren. Die anderen lässt er in der Schule zurück. Sie denkt jedoch nicht daran, den Hausmeister über ihre Anwesenheit zu informieren und so verbringen sie eine aufregende Nacht, alleine im Schulhaus.

Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten, denn dieses Buch ist auch für junge Jugendliche gedacht. Die Autorin hat es geschafft, etwas mehr als 300 Seiten mit einer einzigen Nacht zu füllen. Und das ist in keinster Weise und an keinster Stelle langweilig. Es steckt meiner Meinung nach sehr viel Herzblut in dieser Geschichte, was sehr deutlich sich bemerkbar macht.

Mein einziger Kritikpunkt ist, dass wir Arbeitsstelle noch etwas mehr Gefühl gewünscht habe, gerade beim ersten Kuss und dann gerade derartig prägnante Stellen.

Um noch einmal alles zusammenzufassen, die Zielgruppe, junge Erwachsene wird auf jeden Fall angesprochen und sehr gut unterhalten. Lediglich etwas mehr Gefühl hätte teilweise da sein können.

Aufgrund dessen vergebe ich 4 von 5 Sternen!

Dienstag, 5. April 2016

„Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ von Bastian Sick

Deutsche Sprache, schwere Sprache. Dieser Satz enthält viel Wahrheit. Die deutsche Sprache ist durchzogen von Fehlern, die wir jeden Tag und ständig machen oder sie überlesen. Vom Politiker bis zum kleinen Mann, niemand ist in der Lage, die deutsche Sprache einwandfrei, ohne Jargon und ohne grammatikalische Kleinstfehler zu sprechen. Diesen Fehlern geht Bastian Sick in diesem Buch auf den Grund.

Der Schreibstil ist leider aufgrund der vielen, teilweise absichtlich gestreuten, sprachlichen Fehler ziemlich schwierig und das Buch liest sich nur sehr langsam. Liest man mehrere Kapitel am Stück kann es schnell eine öde und langatmige Veranstaltung werden, denn wer beschäftigt sich schon gerne über längere Zeit mit minimalistischen, grammatischen Fehlern, die ein Mensch tagtäglich macht? Andere Menschen merken das doch gar nicht, denn sie selbst machen die Fehler auch.

Ich bin mit großen Erwartungen an das Buch herangegangen, denn ich habe oft gelesen, dass es der Autor mit viel Humor schaffen würde, die deutsche Sprache dem Leser etwas näher zu bringen. Auf dieser Humor hat mir leider gefehlt, ich habe entweder in nicht verstanden oder es ist nicht ganz so viel Humor in diesem Buch, wie es immer heißt.
Am Ende des Buches ist noch ein kleines Wörterverzeichnis, welches die wichtigsten, deutschen Begriffe noch einmal erklärt. Ich persönlich hätte es nicht gebraucht, doch für manche andere Personen kann das schon ganz interessant sein. Außerdem sind in fast jedem Kapitel Tabellen, mit den richtigen grammatikalischen Formen im Vergleich zu den falschen.

Damit dieses Buch mehr verwirrt hat, als es mir geholfen oder mich unterhalten hat kann ich leider nur 2 von 5 Sternen vergeben.

Freitag, 1. April 2016

„Eine Therapie für Aristoteles“ von Melanie Sumner

Nach dem tragischen Verlust ihres Vaters ist nichts mehr wie es war. Aristoteles war vier als es passierte. Jetzt ist die zwölf und hat einen kleinen Bruder Max. Er ist acht Jahre alt und sehr schwierig. Ihre Mutter Diane ist Dozentin und hält mit ihrem Beruf die Familie finanziell über Wasser. Als Aristoteles ein Buch in die Hand bekommt, in welchem es eine Anleitung zum Schreiben von Romanen gibt, beschließt sie, selbst einen Roman über ihre Familie zu schreiben.

Wir lesen in diesem Buch viel über das Leben einer nicht ganz normalen Familie. Die Sichtweise, eines zwölfjährigen Mädchens auf die Probleme des Alltags ist sehr gut umgesetzt und authentisch. Jedoch wirkt Aristoteles für ihr Alter doch schon sehr erwachsen und reflektiert. Das passiert natürlich oft bei Kindern, in deren Familie es Probleme gibt, aber an manchen Stellen ist dies im oben genannten Buch sehr stark ausgeprägt und schon fast an der Grenze zum unauthentischen.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr einfach, es ist eher die Sicht eines zwölfjährigen Mädchens. Das erleichtert das Lesen enorm, denn so chaotischer wie die Familie ist, kann bei einer schwierigeren Schreibweise ein chaotisches Buch herauskommen. Dies ist hier nicht der Fall und somit auf jeden Fall einen Pluspunkt für die Schreibweise. Was auch schön ist, ist dass einzelne Absätze in unterschiedlichen Schriftarten gehalten sind, so kann man den Inhalt von Aristoteles Buch und ihre Erzählungen gut auseinanderhalten.

Die Ausstattung des Buches gefällt mir sehr gut, es ist ein Hardcover mit einem wunderschön gestalteten Umschlag. Außerdem gibt es ein Lesebändchen und ausführliche Quellennachweise für Zitate im Inneren des Buches.

Trotz alledem lässt mich das Buch relativ ratlos zurück, denn es bleiben viele Fragen ungeklärt und das Ende finde ich deshalb eher mäßig. Es gibt auf den letzten Seiten noch einmal einen sehr emotionalen Moment, dieser ist auf jeden Fall sehr gut gelungen.

Um alles noch einmal zusammenzufassen, das Ende ist sehr offen, aber dafür der Schreibstil umso besser. Es gibt auch sehr viele Stellen, womit unglaublichem Sarkasmus und Humor gearbeitet wird. Das begeistert mich sehr, denn teilweise musste ich wirklich kurzzeitig das Lesen unterbrechen um wieder aus dem Lachen herauszufinden.

Das ein sehr kurzweiliges Buch ist und man es auch kaum mehr aus der Hand legen kann vergebe ich deshalb solide vier von fünf Sternen!