Montag, 28. März 2016

„Lesen Sie mich durch, ich bin Arzt“ von Doktor Marco Moor

Aus der Sicht eines Patienten ist eine Klinik ein trostloser Ort, an welchen man sich nur begibt, wenn es wirklich notwendig ist. Doch wie ist das aus der Sicht der Ärzte, was denken Sie, wenn Sie zu Schichtbeginn in die Klinik fahren? Wie fühlen Sie sich in der Notaufnahme? Und was denkt ein Arzt auf der Intensivstation?

Diese und solche Fragen werden in diesem Buch geklärt. Mit einer Menge Sarkasmus und Humor zeigt uns ein bedeutender Internist in einer bedeutenden, deutschen Klinik den Klinikalltag aus seiner Sicht. Er hat es geschafft, dem Leser unangenehme Wahrheiten mit einer Menge Humor zu übermitteln. Die vielen, verwendeten Fachbegriffe sind auch wunderbar mit Humor fachlich erklärt. D.h., das Buch ist nicht nur zur Unterhaltung gedacht, es dient auch ein bisschen als Informationsquelle für einen Menschen.
Immer wieder finden sich über Seiten verteilt große Illustrationen, welche die Aussagen der einzelnen, kurzen Anekdoten aus den Klinikalltag wunderbar unterstreichen. Teilweise karikaturistisch und teilweise abstrakt lockern sie die ganze Geschichte deutlich auf.
Das Besondere daran ist, dass dieses Buch eigentlich Kurzgeschichten beinhaltet, diese sind jedoch alle miteinander verknüpft, denn diese Anekdoten sind nicht nur aus dem Klinikalltag, sondern auch aus dem Leben nach der Arbeit, auf der Weihnachtsfeier der Klinik und mit Kollegen abends in der Bar.

Um alles zusammenzufassen ist dieses Buch eine unglaublich unterhaltsame Lektüre, nicht nur im Krankenhaus, sondern auch für Zuhause. Viel Humor vermittelt dem Leser eine Lockerheit, die sonst im Krankenhaus eigentlich verborgen bleibt. Ich für meinen Teil sehe Krankenhäuser jetzt aus einer ganz anderen Sicht, es sind die kleinen Dinge, die vielen im Verborgenen bleiben, da sie zu viel mit sich selbst beschäftigt sind.
Da man durch dieses Buch wirklich in seiner Sicht auf die Dinge beeinflusst wird und das ganz auf unterhaltsame Weise geschieht vergebe ich einzigartige 5 von 5 Sternen.

„Tal der 1000 Nebel“ Noemi Jordan

In dieser ist noch eine junge Frau, als sie mit einem Schiff und ihrer Mutter auf eine Insel nach Hawaii auswandert. Ihr Vater hatte dort eine große Plantage für Zuckerrohr. Doch noch ehe sie ankommt nimmt das Unheil seinen Lauf. Sie wird von einem Hai verwundet und wird logischerweise bleibende Schäden mit sich tragen. Nach ihrer Genesung sollte verheiratet werden doch schon auf dem Weg in den sicheren Hafen der Ehe geschehen nächste, lebensbeeinflussende Tragödien.
Viele Jahre später lernt Maja einen netten jungen Mann auf Nizza kennen. Schnell kommen sie sich näher doch auch hier bleibt niemand vom Unheil verschont. Doch was beide nicht wissen, sie haben eine Verbindung zueinander, über Träume sehen Sie das Leben des anderen und sind somit unzertrennlich miteinander verbunden.

Das cover des Buches ist wunderschön, doch meiner Meinung nach für den Inhalt des Buches nicht ganz passend, denn die Geschichte ist sehr düster und auf keinen Fall so farbenfroh und wunderschön wie dieses cover. Der Schreibstil der Autorin befindet sich im Schwierigkeitsgrad zwischen mittel und schwer, denn teilweise muss man Sätze mehrfach lesen um ihren Sinn zu verstehen, da viele Schachtelsätze und verschiedene Fremdwörter das ganze undurchsichtig machen. Die story an sich gibt leider auch nicht so viel her, es ist von den Schauplätzen mir wirklich gut dargestellt und umschrieben, jedoch fehlt mir das nötige Gefühl um eine derartige Geschichte zu erzählen. Auch an sich wird alles sehr oberflächlich beschrieben was dann leider das ganze gefühllos und trocken erscheinen lässt.

Aufgrund dieser vielen Kritikpunkte kann ich leider nur 2 von 5 Sternen vergeben.

Mittwoch, 23. März 2016

„Das geheime Spiel“ von Kate Morton

Grace ist alt und hat ein bewegtes Leben hinter sich. Als eine Filmdarstellerin plötzlich auftaucht und sie darum bittet, über ihre Stellung als Dienstmädchen vor langer, langer Zeit zu berichten. Es soll ein Film über die Familie gedreht werden, bei welcher Grace die meiste Zeit ihres Lebens erst als Dienstmädchen und dann als Zofe gedient hat.
Das cover des Buches passt auf jeden Fall sehr gut zur Geschichte, man sieht darauf ein wunderschönes Bauwerk auf abgelegen im Land. Wenn man sich dieses Bild zu Hilfe nimmt kann man sich dank der sehr guten Beschreibung der Autoren die gesamte Gebäude wunderbar vorstellen. Die Geschichte an sich hat auch wirklich Potenzial, sie wird in 2 verschiedenen Zeiten erzählt die jedoch nicht gekennzeichnet sind, der Leser muss anhand der handelnden Personen von alleine herausfinden, wo er sich gerade befindet.
Der Schreibstil an sich ist in Ordnung, er ist verständlich, jedoch jetzt nicht vom Hocker, nach meinem Geschmack könnte hier noch mehr Gefühl bei der Erzählung die Geschichte deutlich auflockern. Ich empfinde die gesamte Sache als sehr nüchtern erzählt, was bei dieser story wirklich schade ist. Auch der gewisse Funke, dass es Buch zu einem Favorit machen könnte hat mir leider gefehlt.

Alles in allem kann man sagen, dass die Geschichte wirklich gut ist, jedoch fehlt der gewisse Funke und im Vergleich zu den anderen Bücher dieser Autorin dieses Buch deutlich weit hinten.
Deshalb kann ich auch leider nur 3 von 5 Sternen vergeben.

Samstag, 19. März 2016

„Kirschblüten und rote Bohnen“ von Durian Sukegawa

Als vor dem Imbiss plötzlich eine alte Dame auftaucht und ihm anbietet, ihn bei seiner Arbeit zu unterstützen hat der Verkäufer extreme Vorbehalte, denn die alte Dame ist keine gewöhnliche alte Dame. Sie ist aufgrund einer Krankheit an den Händen eingeschränkt und auch das Gesicht scheint nicht ganz „normal“. Doch sie gibt nicht auf, irgendwann stellt er sie ein und sie bringt ihm bei, die beste Bohnenpaste weit und breit herzustellen. Doch die Vorbehalte des Verkäufers sind nicht ganz unbegründet gewesen, der Umsatz des Imbiss bricht plötzlich extrem ein und dann beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.

Der Schreibstil des Autors ist sehr einfach gehalten, wodurch sie das Buch innerhalb kürzester Zeit lesen lässt. Da die Geschichte so unglaublich fesselnd ist kann es durchaus passieren, dass man das Buch komplett von vorne bis hinten an einem Tag verschlingt. So ist es mir gegangen. Ich hatte jedoch mit den Namen der Charaktere und der verschiedenen Köstlichkeiten anfänglich so meine Probleme, bis ich das Glossar im hinteren Teil des Buches entdeckt habe. Hier sind die gesamten Köstlichkeiten erklärt und damit hat sich auch mein Problem mit den Namen und den Süßspeisen geklärt.
Die Ausstattung des Buches an sich ist auch sehr gut, es ist ein Hardcover Buch mit einem Lesebändchen. Der Einband ist rosa gestaltet und das Lesebändchen passend dazu ebenfalls. Das Bild auf der Titelseite finde ich wunderschön und es beschreibt den Inhalt des Buches so perfekt ohne zu viele Details zu verraten.

Alles in allem kann ich sagen, dass das Buch definitiv lesenswert ist und man auch viele wissenswerte Details über die Lepra Krankheit und den damaligen Umgang damit lernen kann. Das Sanatorium, was am Ende des Buches der Schauplatz ist gibt es wirklich was für mich noch mal ein deutlicher Pluspunkt darstellt. Ich betrachte die Geschichte als sehr verspielt mit genau der richtigen Mischung aus Gefühl und Humor. Manche könnten jedoch auch sagen, es sei kitschig was ich jetzt nicht abstreiten würde, jedoch mag ich solche Bücher.

Ich vergebe 4,5 von 5 Sternen, da mir am Ende doch der letzte Funke gefehlt hat, der meines Erachtens nach doch noch hätte überspringen müssen um 5 Sterne zu bekommen.

Dienstag, 15. März 2016

„Black Rabbit Hall“ von Eve Chase

Auf der Suche nach dem perfekten Hochzeitslocation ist Lorna nichts genug. Bis sie nach Cornwall zu einem alten, verfallenen Haus ans Meer fahren. Schon als sie das Haus mit ihrem Freund zum 1. Mal betritt wird sie magisch angezogen. Sie hält es für die perfekte Location doch er sieht nur die praktische Seite, das Haus ist als, verfallen und undicht. Und außerdem wohnt darin eine eigenartige alte Dame.
Knapp 3 Jahrzehnte früher geschieht auf einem Grundstück in Cornwall eine Tragödie von unglaublichem Ausmaß. Die Mutter von 4 Kindern stirbt und der Vater ist komplett überfordert.
Diese beiden Geschichten verknüpfen sich in dem oben genannten Buch. Die Autorin hat es geschafft den Schreibstil so anzupassen, dass man sich unglaublich gut in die einzelnen Geschichten hinein versetzen kann. Doch selbst der Gewinn ist alles eine Geschichte, das fügt sich so perfekt ineinander dass es meiner Meinung nach schon fast nicht mehr besser geht. Die unterschiedlichen Zeiten sind auch in verschiedene Schriftarten gehalten, das erleichtert die ganze Sache ungemein. Außerdem liegt so viel Gefühl in den einzelnen Szenen, dass man glaubt die Autoren hätte sie selbst erlebt. Hauptsächlich erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von den beiden Hauptcharakteren, Lorna und Amber. Der Epilog, sowie der Prolog sind auch wunderbar an die Geschichte angegliedert, der Prolog wirft einen Mittel in eine Szene und bis zur Hälfte des Buches ungefähr weiß man nicht, was sich genau zugetragen hat. Der Epilog klärt die allerletzten Fragen, die am Ende des Romans noch offen sind auch sehr gut.
Um noch einmal alles zusammenzufassen, die Geschichte ist sehr gefühlvoll erzählt und mit einer guten Mischung aus Humor gewürzt. Auch der Schreibstil ist wunderbar angepasst, also kann ich keine Kritikpunkte finden und somit komme ich zu einer Wertung von Klasse, 5 von 5 Sternen!

Donnerstag, 10. März 2016

„Notizen in der Kälte“ von Susanne Friedrich

Wer sich für einige Zeit in Russland niederlässt wird Erfahrungen machen, wie sie in keinem anderen Land erfahren werden können. Von staatlicher Willkür bis hin zu einzigartigen Freundschaften und einer beispiellosen Karriere.
All dies beinhaltet dieses Buch. Die Autorin verarbeitet darin ihre Eindrücke aus einem Land, das einzigartig ist. Die Erfahrungen die sie sammelt schafft sie dem Leser mit Humor wunderbar zu vermitteln. Der Schreibstil allgemein ist sachlich gehalten was dem Leser auf jeden Fall einen guten Eindruck verschafft. An manchen Stellen verwendet sie auch Fachwörter, die manche Leser erst googeln müssen um den Satz zu verstehen, dies ist jedoch nicht häufig der Fall und deshalb auch nicht weiter schlimm. Für meinen Geschmack hätte es jedoch an manchen Stellen etwas mehr Tiefgang geben können um die Hintergründe besser zu verstehen.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass dieses Buch ein sehr interessanter Bericht über einige Jahre in Russland geworden ist. Aufgrund des sachlichen Schreibstils ist das Buch nichts für Menschen, die er verspielte Schreibstile bevorzugen. Jedoch für alle, denen Berichte, Reiseberichte oder ähnliches gefallen ist dieses Buch ein gefundenes fressen und auf jeden Fall ein Muslim Bücherregal.

Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Freitag, 4. März 2016

„Ein geschenkter Tag“ eine Anthologie zur Würdigung des 29. Februar

Die oben genannte Anthologie, erschienen im Jahr 2016 im Verlag 3.0 beschäftigt sich mit folgendem Inhalt:
Jedes 4. Jahr beschert der Menschheit ein ganz besonderes Geschenk: Zeit. Einen gesamten Tag zusätzlich. Aber ist das ein Grund, vom Alltag abzuweichen? Was machen die Menschen an einem zusätzlich geschenkten Tag im Jahr? Und welche Ereignisse, Ereignisse ganz besonderer Art gibt es an diesen Tagen?
Mit dieser Frage beschäftigt sich diese Anthologie. Mit Kurzgeschichten und Gedichten zum 29. Februar wird dieser Tag gebührend gefeiert. Die Anthologie beinhaltet die verschiedensten Texte von den unterschiedlichsten Autoren. Von der gefühlvollen Kurzgeschichte bis zum erfrischenden Gedicht für zwischendurch ist alles in der Vielfalt der Anthologie vereint. Die Zusammensetzung ist sehr gut gemacht und die Schreibstile sind zwar unterschiedlich, jedoch wurden die Geschichten und Gedichte so angeordnet, dass die Veränderung doch nicht von der einen Geschichte zur anderen zu krass ist.
Auf jeden Fall kann ich diese Anthologie jedem empfehlen, der eine erfrischende Lektüre für zwischendurch um vielleicht den Alltag zu unterbrechen oder einfach den 29. Februar zu feiern.
Ich vergebe 5 von 5 Sternen

Mittwoch, 2. März 2016

„Der schönste Grund, Briefe zu schreiben“ von Angles Donate

Rosa ist eine alte Dame, mit ihrer damaligen Freundin hat sie sich nie ausgesöhnt. Als sie erfährt, dass das kleine Postamt des Dorfes unwiderruflich nach mehr als 100 Jahren geschlossen werden soll beginnt sie einen Brief zu schreiben...
An ihrem 13. Geburtstag erhält Alma über einen Notar die Schlüssel zu einem alten Haus. Hals über Kopf verlässt sie die Wohnung ihrer Eltern in der Stadt. Was sie nicht ahnt, von diesem Tag an wird sich ihr Leben von Grund auf verändern.

Das Buch besteht hauptsächlich aus einzelnen Briefen, natürlich sind sie alle miteinander in Zusammenhang zu bringen und doch ist jeder anders. Wir lernen verschiedene Charaktere kennen und bekommen einen Einblick in deren Geschichte. Die Aufmachung ist sehr gut gelungen, sie ergibt die perfekte Mischung zwischen realen Geschehen und den Briefinhalten. Gefühle spielen auch hier in diesem Buch eine sehr große Rolle, die Darstellung eines an Alzheimer erkrankten Menschen ist der Autorin auch sehr sehr gut gelungen. Der Schreibstil ist ebenso gut geworden, es lässt sich gut unterscheiden, zwischen Real und Brief. Wobei jeder Brief auch seinen eigenen Schreibstil bekommen hat, denn jede Person schreibt anders.

Alles in allem ist dieses Buch wirklich lesenswert, vor allem für Fans eines Happy End, denn in einem gewissen Sinne ist es das auf jeden Fall. Manche würden den letzten Teil des Buches als kitschig bezeichnen, für mich ist es die richtige Mischung zwischen Gefühl und Geschehen.

Ich vergebe 4 von 5 Sternen