Samstag, 30. Januar 2016

"Scherbenmädchen" von Liz Coley

Angie ist 13, als sie entführt wird.
Plötzlich kehrt sie zurück und kann sich an nichts erinnern. Alle hatten sie für tot gehalten, doch jetzt kehrt sie zurück. Ihr Körper, eine Landkarte von Gefangenschaft und Misshandlung.
Der einstig angeheuerte Detektiv nimmt seine Arbeit wieder auf und macht schreckliche Entdeckungen.
Als auffällt, dass Angie von unerklärlichen Bewusstseinsstörungen geplagt wird und sie teilweise wörtlich genommen neben sich steht beginnt sie mit der Hilfe der Psychologin Dr. Grant eine langwierige Behandlungsphase. Doch sie ist ungeduldig, da kommt es ihr gerade recht, dass Dr. Grant von einer Behandlungsstudie zur Abschaltung gewisser Hirnbereiche weiß. Angie willigt ein. 
Sie beginnt eine Behandlung, die ich persönlich für ethisch fragwürdig halte, darum gibt dieses Buch eine super Vorlage für ethisch bezogene Diskussionen.
Dieses Buch lässt den Leser nicht wieder los, durch die einfache Formulierung liest es sich super leicht und lässt die Handlung wie im Film vor den Augen des Lesers ablaufen.
Durch dieses Buch zieht sich eine Spannung mit mehreren Höhepunkten, es ist dadurch sehr lebhaft und man kann es zwischendurch nur schwer zur Seite legen.
Ich würde dieses Buch auf jeden Fall weiterempfehlen.

"Das Lied der Stare nach dem Frost" von Gisa Klönne

Es ist nicht lange her, dass Rixa ihren Bruder verloren hat. Jetzt hat auch ihre Mutter das Leben gelassen. Sie erbt ein geheimnisvolles Haus und jede Menge Unklarheiten in einer großen, strenggläubigen Pfarrer Familie. Aus Interesse kündigt sie ihren Job und widmet sich ganz der Aufklärung verschiedenster Familientragödien, doch der Rechner nicht mit dem ewigen Schweigen ihrer Tanten und Onkels, sowie ihrer Großeltern. Nach vielen auf und ab schafft es dann doch eine Spur zu finden und begibt sich zur Lösung des Geheimnisses bis weit über die Grenzen Deutschlands hinaus.

Das Buch enthält eine spannende Geschichte über die Aufklärung dieser Familiengeheimnisse, welche hauptsächlich in der Zeit des Zweiten Weltkrieges und der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland, sowie die Teilung Deutschlands stattfindet. Bis zur knappen Hälfte zieht sich das Buch ein bisschen, die Geschichte braucht Zeit um in Fahrt zu kommen. Hat man jedoch diesen gewissen Punkt überschritten, kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen ohne zumindest bis zum nächsten Kapitel zu lesen. Man erfährt einiges über die Lebensweisen während des Krieges und der NS-Zeit.

Alles in allem ist eine spannende Geschichte, sie erhält von mir 3 von 5 Sternen.

"Daringham Hall 01 - Das Erbe" von Kathryn Taylor

Lange Jahre nach dem Tod von Bens Mutter macht er sich auf die Suche nach dem Mann, der einst seine schwangere Frau vor die Tür gejagt hat. Er will Rache, er will alles zerstören. Auf dem Weg zum Gut seines Vaters gerät er in ein schlimmes Unwetter, außerdem wird er von einigen Frauen zusammengeschlagen und ausgeraubt. Er sucht Hilfe in einem nahe gelegenen Haus, jedoch wird er für einen Einbrecher gehalten und ein Schlag mit dem Holzscheid führt zu einer heftigen Amnesie.
Er kann sich an nichts erinnern, nicht an seinen Namen, nicht an sein Leben. Was soll er jetzt machen, er weiß nicht wer er ist, seine Papiere wurden ihm gestohlen und auch sonst gibt es kaum Dinge aus seinem Leben, die seine Erinnerung wieder herauf holen könnte. Doch er lernt die nette Tierärztin Kate kennen, bei ihr findet er auch Unterschlupf. Die 2 scheinen wie füreinander gemacht, sie verlieben sich ineinander, doch als auf einem Sommerfest seine 2 Kollegen auftauchen, die nach ihm gesucht haben ist seine Erinnerung plötzlich wieder da und außerdem kann er sich an den Grund für seinen Besuch in England wieder erinnern, Hass steigt in ihm auf. Hast auf die Familie, deren Sommerfest er gerade besucht, gemeinsam mit der koketten Kate. Doch er bricht ihr das Herz und schwört auf seine Rache.
Ein Konflikt um Vaterschaft, Beziehungen und deren Begleiter.
Das Buch liest sich sehr leicht, die Schreibweise ist einfach gehalten, trifft aber in jeder Situation die Wortwahl genau. Einzigartige Beschreibungen des Handlungsortes und der entstehenden Gefühle lassen den Leser in die Geschichte eintauchen, dass wieder herausfinden ist schwierig, denn man möchte das Buch nicht zur Seite legen.
Auf jeden Fall ein einzigartiges Werk!
Ich vergebe 4,5 von 5 Sternen

"Die verlorenen Spuren" von Kate Morton

Dorothy Nicolsen Ist alt, sie lebt in einem Pflegeheim und befindet sich auf ihrem letzten Weg. Doch sie verbirgt ein Geheimnis hinter sich, die demenzkranke Frau fragt immer wieder nach Personen, mit denen die Pfleger im Pflegeheim, sowie ihre Töchter nichts anfangen können, sie wissen nicht über diese Personen sind, wo sie zu finden sind und was sie mit Dorothy zu tun haben.
Das Buch wechselt immer wieder zwischen den Zeiten, mal wird über die größte Tochter Laurel gesprochen, dann wird wieder über Dorothys Leben im Krieg erzählt.
Somit befindet sich der Leser in 2 Parallelwelten, die anfänglich miteinander nicht viel zu tun haben. Doch nach und nach wird das Rätsel gelüftet, Laurels Nachforschungen über Dorothys Vergangenheit, sowie die direkte Erzählung können anfänglich etwas verwirrend sein, doch dann, wenn der Leser glaubt, er wisse, was das Geheimnis ist setzt die Autorin noch eine Schippe drauf und etwas ganz unerwartetes wird erzählt und sofort wird alles klar.
Das Buch ist leicht geschrieben, ich meine von der Sprechweise. Die einzelnen Verbindungen zwischen verschiedenen Ereignissen sind manchmal etwas schwer nach zu konstruieren, der Mittelteil zieht sich ein bisschen, dafür ist das Ende umso mitreisender. Man möchte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Ich gebe dreieinhalb von 5 Sternen.

"Der Vorleser" von Bernhard Schlink

Nach einer langen Krankheit schafft er doch gerade so die Klasse und wird doch noch versetzt. Zu verdanken hat er dies nur einer einzigen Frau, Hanna. Er ist 15 und sie ist viel älter. Doch trotzdem besuchte sie jeden Tag, liest ihr vor, lässt sich von ihr baden und liebt sie. Er lässt sich immer wieder Ausreden einfallen, wieso er nicht am Abend essen und seine Familie teilnehmen kann, wieso er so lange weggeblieben ist usw. Doch er kann nicht dazu stehen, dass er eine sehr viel ältere Frau wirklich liebt. Er erzählt keinem etwas davon. Doch plötzlich ist Hanna verschwunden.

Als er nach dem Examen von der Schule ins Studium übergetreten ist nimmt er an einer Seminargruppe teil, die sich mit einem Gerichtsverfahren auseinandersetzt, bei welchem er seine Geliebte als Angeklagte wieder findet. Eigentlich müsste er nur einmal die Woche in der Verhandlung als Zuschauer bei Sitzen, doch er kommt täglich.

So viel zum Inhalt dieses Buches, wer die gesamte Geschichte erfahren möchte muss es selber lesen.
Die Sprache ist leider an manchen Stellen sehr schwer geschrieben, vieles muss man mehrfach lesen um es zu verstehen. Es wird auch alte Rechtschreibung verwendet, was den ein oder anderen Leser verwirren könnte. Am Anfang macht dieses Buch den Eindruck einer typischen Schullektüre. In meinem Fall war es dies sogar. Jedoch spätestens ab der Abgrenzung zum zweiten Teil (im Buch) kommt man gut in die Geschichte hinein und kann auch die Gedanken und Gefühle der erzählenden Person sehr gut mitfühlen. Die gesamte Geschichte spielt sich im Raum Heidelberg/Mannheim ab. Überrascht hat mich das doch ziemlich traurige Ende, aber es passt einfach. Wenn es stimmt, was die erzählende Person sagt, basiert die story auf einer wahren Begebenheit, doch genauer kann ich dies leider nicht nachweisen.
Für Klassik Fans ist dies auf jeden Fall ein Muss!

"Dem Glück so nah" von Louise Walters

Robertas Großmutter Dorothea Ist schon sehr alt und lebt im Pflegeheim. Sie wird bald sterben, doch immer wieder berichten die Pfleger und Pflegerinnen davon, dass sie nach einer Nina fragt und noch einigen anderen Personen, die für Roberta keinerlei Begrifflichkeit darstellen. Als sie dann einen Brief in einem Buch findet, welches sie in einem rätselhaften Koffer ihrer Großmutter gefunden hat taucht sie in die Geschichte der beeindruckenden Frau ein. Deren Leben etwas ganz Besonderes war.
Die story dieses Buches hat schon Potenzial für ein gutes Buch, leider sind die Zeitsprünge, welche immer wieder stattfinden sehr unübersichtlich und man kommt dadurch sehr schlecht ins Buch hinein. Für meinen Geschmack spielt der Tod in diesem Buch eine sehr große oder fast schon zu große Rolle, denn es wird von mehreren Abtreibungen berichtet, genauso wie von einer Totgeburt und von einem Menschen, welcher an einer Krankheit verstirbt. Eigentlich sollte es kein Problem sein, wenn so ein Thema in einem Buch aufgegriffen wird, jedoch ist die Schreibweise dieses Buches sehr trocken, kalt und wenig einfühlsam. Das ganze über das einer sehr sachlichen Hinsicht geschrieben und somit für den Leser wenig ansprechend. Auch das cover ist leider nicht wirklich zum Buch passend, es ist sehr verspielt und wunderschön, jedoch die story im Buch hat nichts damit zu tun. Erst am Ende kommt die Einfühlsamkeit in dieses Buch, auf den letzten Seiten, erst dann wird das Buch zum Herz-Schmerzbuch, mir kamen die Tränen.
Ich gebe zweieinhalb von fünf Sternen

"Jetzt bin ich hier" von N.N

Jeden Tag wagen viele Flüchtlinge den gefährlichen Weg über das Meer nach Europa. In dieser Anthologie befinden sich Geschichten, Gedichte und Berichte von Flüchtlingen, welche nach Deutschland gekommen sind.
Eine sehr abwechslungsreiche Zusammenstellung berührender Kurzgeschichten, Gedichte und Berichte. Untermalt wird das ganze von wunderschönen abdrucken von Kunstwerken, meist auf Leinwand. Hinter fast jeder Kurzgeschichte befindet sich eine Autoren Information, d.h. es sind weitere Angaben über den Autor der entsprechenden Kurzgeschichte gemacht. Zum Beispiel wird die Lebensgeschichte des Autors erzählt und vor allem die Flucht aus dem einstigen Heimatland. Viele dieser Geschichten gehen ziemlich an Substanz, Tränen sind nicht ausgeschlossen.
Nach dem Lesen dieser Anthologie hat man ein ganz anderes Bild von den Personen, welche teilweise wieder in ihr Heimatland abgeschoben werden und oft nicht gut behandelt werden. Man versteht diese Personen ein gutes Stück mehr, wenn man über ihre Geschichten weiß.
Ich vergebe 4,5 von 5 Sternen

"Das Haus des vergessenen Glücks" von Mia Löw


Als Olivia ihren Mann mit der besten Freundin ihrer Tochter erwischt wirft sie ihn aus ihrer gemeinsamen Wohnung und fällt in eine tiefe Depression. Immer wieder wird sie von ihrer Tochter als Schuldige darstellt, denn sie hatte auch schon mal eine Affäre mit einem anderen, doch aus Angst um ihre Tochter sagte er nur die halbe Wahrheit. Als Ethan, der noch man von Olivia bei einem Autounfall ums Leben kommt, welchen ihre Tochter Vivienne mit schweren Verletzungen überlebt und einen Gedächtnisverlust erleidet prasseln die Vorwürfe nur so auf sie herunter. Da kommt es ihr gerade recht, dass aus Deutschland eine Anfrage zu einem Bericht über ihre Großmutter kommt. Lange überlegt sie, ob sie die Anfrage annehmen sollte, denn dazu muss sie für einige Zeit nach Deutschland reisen. Sie entschließt sich dafür und sitzt wenige Tage später mit Vivienne gemeinsam im Flugzeug nach Deutschland. Hier entdeckt ihre Tochter ihr Talent zum Schauspiel, dies muss sie wohl geerbt haben, denn Charlotte, Olivias Großmutter war eine gefragte, berühmte Schauspielerin. Jedoch über ihre Kindheit ist nicht viel bekannt und die Redaktion möchte einen vollständigen Bericht, eigentlich sogar eine Biografie. Als sie wenige Tage später ein Manuskript in der Hand hält, welches einen Teil der Geschichte über die Kindheit von Charlotte enthält entwickelt sich die ganze Sache zu einer tragischen Liebesgeschichte, 2 Menschen in ähnlicher Notlage treffen sich und helfen sich gegenseitig über den Berg.
Die Schreibweise dieses Buches ist relativ einfach gehalten, man muss sich beim Lesen nicht wirklich anstrengen um die Sachverhalte verstehen zu können. Auch die Zeitsprünge sind gut umgesetzt und gekennzeichnet.
Jedoch die Schicksale beider Familien haben verdammte Ähnlichkeit, die Vergangenheit zur Gegenwart, sowie die Gegenwart und die Gegenwart. Damit meine ich, als Olivia den Autor trifft oder eher gesagt den Stellvertreter der Autorin entwickelt sich eine ebenso dramatische Liebesgeschichte A) zwischen Vivienne und Leo (Sohn des Autors) und B) zwischen Olivia und dem Autor. Durch diese Ähnlichkeit ist das ganze ein bisschen verwirrend und die Geschichte braucht er ziemlich lange, bis die Fahrt aufgenommen hat. Erst im letzten Drittel ist man wirklich gefesselt, die 1. 2/3 sind etwas langatmig und schildern die Sachverhalte wenig attraktiv gestaltet für den Leser.
Auch an der Geschichte fehlt ein bisschen die Dramatik, auf den letzten Seiten geschieht zwar noch etwas extremunverhofftes, doch trotzdem ist es zeitweise auch etwas lieblos geschrieben und die Charaktere sind auch nicht gerade Sympathieträger.
Ich gebe 2,5 von 5 Sternen

"Der Wind der Erinnerung" von Kimberley Wilkins

Emma ist eine berühmte Ballerina. Sie lebt mit ihrem Freund in London, doch beide sind zu sehr mit ihrem Beruf beschäftigt und leben somit oft aneinander vorbei. Kurz nachdem die Beziehung in die Brüche gegangen war wird Emma vom Pech nur gerade so angezogen. Bei einem schweren Sturz von der Treppe zieht sie sich schwere Knieverletzungen zu. Als man ihr mitteilt, dass sie nie wieder so tanzen können würde wie früher bricht ihre Welt zusammen. Da erfährt sie, dass ihre Großmutter, die Schöpferin eines großen Modeimperiums ihr eine große Farm vererbt hatte. Also reist sie nach Tasmanien um die Farm wieder in Schuss zu bringen und sie zu verkaufen. Doch so einfach ist die ganze Sache nicht, das Haus ist voller Kisten und Erinnerungen ihrer Großmutter. Als sie das Foto einer kleinen Familie findet stellt sie fest, dass das Kind starke Ähnlichkeit mit ihr hat, jedoch kann es auf keinen Fall ihre Mutter sein. Und so taucht sie in die Vergangenheit ihrer Großmutter ein und deckt erschreckende Ereignisse auf.

Das Buch ist in 2 Zeiten geschrieben, dank der zusätzlichen Erzählweise, welche direkt in der Geschichte von Beatie , Emmas Großmutter erzählt lässt sich das gesamte Buch mit einem spannenden Faden in logischer Staffelung einfach lesen. Die Erzählweise ist recht einfach und anspruchslos, dies passt aber gut zur Geschichte, denn hier sind die Zusammenhänge etwas komplizierter. Das cover ist gestaltet wie die Rückseite einer Postkarte, dies passt sehr gut zum Buch, denn es geht viel um Reisen, um verschwinden und um Rückkehr.
Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

"Wilder Eukalyptus" von Fleur McDonald

Als ihr Mann Adam bei einem Flugzeugabsturz stirbt hinterlässt er Gemma eine riesige Farm und ein dunkles Geheimnis. Schon lange hat die Farm nicht mehr so viel Geld eingebracht und die Haltungskosten, sowie die Angestellten und den Kredit an seine Eltern decken zu können. Er suchte nach einer Lösung und geriet in eine Schiene, der nicht ganz legalen Viehverkäufe. Als nach seinem Tod die Polizei ermittelt rückt Gemma ins Visier der Beamten. Gemeinsam mit ihrem Bruder Patrick und ihrer Freundin Jess decken sie Adams dunkles Geheimnis auf und erledigen somit eine komplette Bande.
Leider fehlt mir an der story ein bisschen die Spannung, die wird erst gegen Ende des Buches überhaupt aufgebaut. Der Anfang plätschert einfach nur vor sich hin, es passiert erst nach vielen 100 Seiten wirklich etwas aufregendes. Jedoch hat es die Autorin geschafft die Landschaft so zu beschreiben, dass man sie sich wirklich vorstellen kann. Auch der Schreibstil an sich ist nicht wirklich schwierig und somit ist das Buch leicht verständlich und liest sich gut, auch wenn die Spannung wirklich etwas fehlt. Leider fehlt nicht nur die Spannung, sondern auch die Leidenschaft, welche Gemma für die Farm haben soll. Sie wird beschrieben als leidenschaftliche Pharmakon, jedoch bestätigt der Schreibstil der Autorin das leider nicht.
Ich vergebe zweieinhalb von 5 Sternen

"Der Junge, der Träume schenkte" von Luca Di Fulvio

Cetta, Ein Mädchen voller Schönheit und Anziehungskraft wird zu Beginn ihrer Teenagerzeit vergewaltigt und wird schwanger. Daraufhin zieht ihre Mutter die Konsequenz daraus und bindet ihr für ein Jahr die Schulter zum Bein. Doch damit ist die gezeichnet fürs Leben. Mit ihrem Kind möchte sie dem Landleben entfliehen und steigt auf ein Schiff nach New York. Da sie kein Geld hat um es zu bezahlen schlägt sie sich mit Prostitution durch die Zeit. Für die Überfahrt schläft sie mit dem Kapitän und auch nach Ankunft ist sie in diesem Milieu gefangen. Doch auch wenn es zuerst scheint, sie sei die Hauptperson, falsch gedacht. Die Hauptperson ist eigentlich ihr Sohn Natale, wie sie ihn tauft. In den USA angekommen wird aus Nathale Christmas. Seine Mutter beginnt für eine Wohnung in einem Bordell zu arbeiten. Sie wohnen somit bei einem älteren Ehepaar die sich um ihn kümmern, wenn die Mutter auf der Arbeit ist. Nach dem Tod der beiden Personen ziehen sie in die Lower East Side, einem Ausländerviertel in New York. Eines schicksalhaften Tages findet er ein schwer verletztes Mädchen. Dieser Tag sollte das Leben beider von Grund auf verändern.



Die Schreibweise dieses Buches ist relativ anspruchsvoll, da einige Personen mehrfach den Namen wechseln. Mit den Gedanken muss man schon beim Buch bleiben und kann nicht einfach mal noch zu ganz anderen Sachen abdriften. Doch da die Geschichte sowieso die Augen ans Buch heftet heftet sie auch die Gedanken ans Buch und man kann die Welt um sich herum vollkommen vergessen. Natürlich sind die Gettos in New York keine idyllischen Landschaften und Gangster keine Fantasiewesen aber für Leute mit Vorliebe für Realismus statt Fantasie ist dieses Buch ein gefundenes fressen. Auch die Romantik kommt nicht zu kurz, denn die gesamte Sache mit einer schicksalhaften Liebesgeschichte.



Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

"Mein Leben davor" von Richard Mackenrodt

Bei einem gemütlichen Männerabend mit seinen Kumpels ereilt Alex plötzlich ein starker Kopfschmerz. Was er zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß: er wird ihn nicht mehr los. Nachdem er vollends zusammengebrochen ist rufen seine Kumpels bei seinen Eltern an. Diese sollten eigentlich nichts von dem Geheimnis erfahren, dass sie Filme für Menschen über 18 Jahren anschauen/wollten. Somit sind sie aufgeflogen und Alex gilt vorerst als Verräter und Rufschädiger. Der Schmerz scheint aber kein Ende mitzunehmen, kein Arzt kann etwas finden oder ihm Medikamente geben, die wirksam sind. Nach einem Schulwechsel kommt er in eine Klasse, ein rothaariges Mädchen sitzt vor ihm. Durch sie rutscht er in die Drogenszene ab, weil er nur da wirksame Dinge gegen seinen Kopfschmerz bekommt. Irgendwann wird er in eine Entzugsklinik eingewiesen. Dort beginnt ein neuer Abschnitt seines Lebens.
Das Buch ist einfach nur Hammer, eine einfache Schreibweise lässt den Leser vollkommen im Buch versinken und in die Welt von Alex eintauchen. Wunderschöne Schauplätze einzelner Szenen und atemberaubende Beschreibungen lassen den Leser die Welt um sich herum vergessen. Mit der richtigen Mischung Humor, Ironie und Drama schafft der Autor ein Werk der Superlative zu schreiben.
Ich vergebe 5 von 5 Sternen

"Für alle Tage, die noch kommen" von Teresa Driscoll

An ihrem 25. Geburtstag erhält Melissa den Brief von einemAnwalt. Er bittet um ein Treffen. Ihr wird ein Buch übergeben, von ihrer Mutter. Eigentlich ist sie schon lange Jahre tot, doch sie hatte dem Anwalt aufgetragen er möge es Melissa übergeben, wenn sie 25 Jahre alt sei. So geschieht es und dieses Buch wird Melissas Leben vollkommen auf den Kopf stellen. Und nicht nur das ihre, auch das Leben ihres Vaters und ihre Partnerschaft mit seinem, der ihr am Vortag einen Heiratsantrag gemacht hat, welchen sie unter einem Vorwand ablehnte, wird vollkommen aus der Bahn geworfen.
Dieses Buch ist geeignet für alle, die nicht genug von tränenreichen Büchern bekommen können. Es fesselt sehr und wie ich schon sagte, Tränenfluss ist garantiert. Die Autorin hat es geschafft, in diesem Werk so viel Gefühl zu verpacken, die Geschichte ist total realistisch und könnte genauso passiert sein. Das Buch, um welches sich die Handlung dreht wird immer wieder aus verschiedenen Sichten (Melissas und die ihrer Mutter) gelesen/geschrieben. Somit erhält man als Leser einen wunderbaren Blick in die Gefühle beider Menschen.
Ich vergebe 5 von 5 Sternen

„Schmitz Mama“ von Ralf Schmitz

Der Komödian Ralf Schmitz hat eine ganz besondere Familie. Seine Mutter meint alles viel zu gut, seine Verwandtschaft hat die unterschiedlichsten Charaktere. Darüber schreibt er in diesem Buch auf teilweise sehr lustige Art. Vieles ist natürlich nicht ernst gemeint, aber teilweise auch wirklich hart. Mit kleinen Bildchen und witzigen Beschreibungen daneben wird die ganze Sache etwas aufgelockert. Jedoch ist es kein konventionelles Buch mit einer Geschichte und einem extrem roten Faden, der rote Faden existiert zwar, führt jedoch nicht durch eine Geschichte, sondern durch viele unterschiedliche Geschichten aus seinem Familienleben.
Ich habe vor diesem Buch Schmitz Katze gelesen und fand dieses viel lustiger als Schmitz Mama.
Da ich leider etwas enttäuscht bin, kann ich nur 3 von 5 Sternen vergeben.

"Suna" von Pia Ziefle

Eine Familiengeschichte, die unter die Haut geht. In diesem Buch geht es um eine Mutter, die mehrere Kinder nach der Geburt nicht behalten will/kann/möchte. Das 1. bringt sie in ein Nonnenheim. Das 2. Kind gibt sie zur Adoption frei, denn sie ist als Gastarbeiter nach Deutschland gekommen und kann sich eine längere Babypause nicht leisten, denn sonst würde sie abgeschoben werden. Da sie nur wenige Bruchstücke der deutschen Sprache verstehen kann/beherrscht macht das Jugendamt ziemlich unfaire Dinge mit ihr. Über ihren Kopf hinweg werden Dinge bestimmt, denn es wird darauf gebaut, dass sie nicht verstehen wird, welche Folgen diese Unterschrift mit sich bringen wird. Aufgrund eines Missverständnisses glaubt der Kindsvater des 2. Kindes, es sei gestorben. Doch dann kommt es zu einem Wunder.

Die Geschichte in diesem Buch ist sehr emotional, an der story liegt es auf jeden Fall nicht, dass mir das Buch nicht so ganz zusagen konnte. Doch die Schreibweise ist sehr schwierig und nimmt viel dieser Emotionalität weg. Auch die vielen, unkonventionellen Namen unterstützen das Verständnis in diesem Buch leider nicht. Aufgrund dessen konnte ich das Buch auch leider nicht fesseln, es wirkte eher langatmig. Doch das schöne Bild auf dem cover ist wirklich bemerkenswert. Und zur Geschichte passt es auf jeden Fall.

"Die verbotene Geschichte" von Annette Dutton

Katja, eine engagierte Krankenschwester, mitten im Leben wird vor einem schweren Schicksalsschlag aus der Bahn gerissen. Ihre Familie war ihr nie eine große Hilfe, lediglich ihre Mutter kümmert sich um sie. Als es auf den Geburtstag ihres Großvaters zugeht trifft ein verhängnisvoller Brief bei ihr ein. Seine Auswirkungen werden ihr Leben gründlich auf den Kopf stellen.

Die Autorin hat in diesem Buch eine spannende, liebevolle Geschichte voller Geheimnisse untergebracht. Das Cover des Buches spricht den Leser sofort an, es wirkt geheimnisvoll, zur Geschichte gibt es mit einiger Fantasie einen wunderschönen Zusammenhang. Der Schreibstil der Autorin ist einfach gehalten, was dem Buch gut tut, denn die Geschichte an sich spielt in 2 Zeiten, gegen Ende sogar in 3 verschiedenen Zeiten. Dies fordert den Leser auf, ein bisschen mit zu denken und trägt somit gut zur Ablenkung vom Alltag bei. Man kann in diesem Buch vollkommen versinken, wunderschöne, super beschriebene Schauplätze in Neuguinea verhelfen dazu.

„Einen scheiß muss ich“ von Tommy Jaud

In diesem Buch erzählt Sean Bummel an Beispielen aus seinem Leben über  lassen, müssen und nicht müssen der Menschheit. Anhand von teilweise absurden Beispielen und teilweise interessanten Zusammenhängen bringt er seine Meinung dar und unterstützt den Leser dabei, das „Muss-Monster“ zu besiegen. Das Buch ist bis auf die letzten beiden Kapitel eine ausgezeichnete Unterhaltungslektüre. Der Schreibstil ist einfach, sodass die teilweise absurden Zusammenhänge nicht noch durch komplizierte Wörter unklar gemacht werden. Jedoch schreckt man sich teilweise, wie man solche Zusammenhänge überhaupt in Verbindung bringen kann. Daher ist dieses Buch auch mit teilweise satirischen Inhalten meiner Meinung nach strittig. Diese letzten beiden Kapitel ziehen sich auch ein bisschen, je doch die 1. paar Kapitel sind sehr kurzweilig und auch wirklich lustig. Mithilfe einer wunderbaren Einführung, durch eine persönliche Erfahrung wird es dem Leser einfach gemacht, in das Buch einzusteigen. Doch der rote Faden ist sehr dünn, er besteht lediglich aus dem Dasein eines kleinen Vogels, welche eine mittelgroße Rolle spielt. Doch in einigen Kapiteln rutscht er ziemlich in den Hintergrund, womit der Faden dann fast unterbrochen wird.
Ich vergebe 3 von 5 Sternen.

"Der Duft der Träume" von Care Santos

3 Geschichten in einem Buch, was gibt es schöneres. 3 Geschichten, das bedeutet auch 3 verschiedene Zeiten, 3 verschiedene Handlungen und eine Gemeinsamkeit. So ist es auch in diesem Buch, die Autorin hat 3 verschiedene Geschichten in unterschiedlichen Zeitformen und vor allem unterschiedlichen Darstellungsformen geschaffen.
Die 1. Geschichte spielt in der Gegenwart, sie handelt von einer kleinen Familie, in welcher seit vielen Generationen die Schokoladenherstellung eine Tradition und eine Leidenschaft bedeutet. Doch natürlich gibt es auch Konflikte, diese werden natürlich nicht ausbleiben. Hier beginnt auch die Geschichte der Schokoladenkanne, über einen Antiquitätenhändler gelangt sie in die Hände von Sara. Sie begleitet die Familie bis sie zerbricht.
Die 2. Geschichte spielt in der 1. Vergangenheit. Sie wird von einer Person im direkten Gespräch erzählt. Wobei es mehr ein Monolog ist, nicht direkt ein Gespräch. Die Hauptperson in dieser Geschichte ist Aurora, ein Dienstmädchen im edlen Haus. Ihre Geschichte ist meiner Meinung nach die beste am ganzen Buch. Hier ist die Schokoladenkanne ein Stück voller Erinnerungen.
Noch tiefer in die Geschichte der Schokoladenkanne, in eine weitere Vergangenheit geraten wir in der 3. Geschichte. Hier geht es um die Herstellung der Schokoladenkanne, sowie um die Geschichte einer Witwe, welcher ein schweres Schicksal das Leben um 180° dreht.
Soviel zum Inhalt, der Schreibstil der Autorin ist vielfältig, vom auktoriale Erzähler, über Monologe, auch ein Kapitel in Drehbuchform gibt es. Doch leider machen diese verschiedenen Darstellungsformen, sowie die vielen verschiedenen Namen die meistens auch noch ziemlich kompliziert sind machen das Buch leider unübersichtlich und dadurch wirkt es manchmal auch ziemlich langweilig und trostlos. Leider sind auch die ganzen Geschichten ziemlich gefühlsgrau und unpersönlich geschrieben. Man kommt leider anfangs nicht richtig in die Geschichte rein und auch die Enden der einzelnen Handlungen sind offen gehalten. Viele Fragen werden nicht beantwortet und somit kann ich diesem Buch leider auch nur 3 von 5 Sternen vergeben.

"Die verborgene Sprache der Blumen" von Vanessa Diffenbaugh

Die 18-jährige Victoria wird vom Kinderheim in eine freie Wohngruppe verlegt. Sie kann für einige Wochen kostenfrei in dieser Unterkunft bleiben, danach muss die Miete zahlen. Jedoch fehlte jegliche Antriebskraft sich eine Arbeit zu suchen. Lieber riskiert sie ihre Obdachlosigkeit, als sich um irgendetwas zu kümmern.
Soweit kommt es auch, doch nach einigen Tagen im öffentlichen Park beginnt sie mit der Jobsuche. Sie hat Hunger und ernährt sich nur von stehen gelassenen Essensresten oder von Diebstahl. Ihr Weg führt sie in ein Blumenfachgeschäft. Dort bekommt sie eine Stelle und lernt eine unendliche Leidenschaft kennen.
Doch schon nach kurzer Zeit verändert eine bestimmte Begegnung ihr Leben von Grund auf.
Der Schreibstil der Autorin ist einfach gehalten und unterstützt das Einfühlungsvermögen mithilfe vieler, treffender Beschreibungen. Der Leser taucht vollkommen in das Buch ein, kann etwas über die Sprache der Pflanzen lernen und spürt einfach vollkommen mit Victoria mit. Viele kleine Exkurse in ihre Vergangenheit in verschiedenen Pflegefamilien machen die Geschichte lebendig. Und das Ende der Geschichte raubt einem den Atem.
Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

„mieses Karma ²“ von David Safier

Daisy hat in ihrem Leben nicht viel erreicht. Sie betrügt ihre WG Mitbewohnerinnen, ihr großer Traum ist es, eine Rolle in einem legendären Film zu bekommen. Auch in der Liebe klappt es nicht so gut, ihr alter Schulfreund steht schon seit langem auf sie, doch sie hält sich lieber mit häufigen ONE Nightsdands in Erregung. Eines Tages ruft ihr Manager an, sie soll eine Rolle in einem James Bond Film an der Seite von Mark Barton spielen. Doch mit dieser Rolle nimmt das Unglück seinen Lauf.
Eine Geschichte in der Beziehungen und Karma eine große Rolle spielen. Der Schreibstil des Buches ist einfach, was die Sache ziemlich lustig macht, denn Umgangssprache ist verwendet, Fachbegriffe gibt es nur in Zusammenhang mit der sich immer wiederholenden Reinkarnationstheorie. Aufgelockert wird das Buch noch weiter durch immer wiederkehrende Anmerkungen und Anekdoten von Casanova und einem Steinzeitmenschen. Ab der Hälfte des Buches bekommt die Geschichte dramatische Aspekte, denn Familienmitglieder werden gesucht und gefunden, Rachepläne und Beziehungen geschmiedet und zerstört.
Also im allgemeinen eine wunderbare Fortsetzung des 1. Bandes, wobei der Anfang schon extreme Ähnlichkeit hat und manchen Leser vielleicht langweilen könnte.

"Sterne über der Alster" von Micaela Jary

Die drei Geschwister Ellinor Nele und Livi leben in einer Villa in Hamburg. Nach dem tragischen Tod ihres Vaters erbt die Älteste die Reederei. Doch die Großmutter sorgt sich nur um das Ansehen der Familie obwohl dieses eigentlich nicht mehr von Nöten ist, denn die Revolution und der Krieg sind in vollem Gange. Doch dunkles und letztes Geheimnis ihres Vaters muss noch gelüftet werden und das geschieht direkter als mancher denken würde.
Der Schreibstil der Autorin passt sich den unterschiedlichen Sichtweisen, aus welchen das Buch geschrieben ist immer an. Daher sind manche Stellen leichter zu lesen als andere.
Die Geschichte an sich ist gut geschrieben, sie beinhaltet die richtige Mischung aus historischen Hintergründen und in der Fantasie zusammen gebauten Vorgängen in einer Familie. Man erfährt auch viel über die Arbeit von Telefonisten während des Zweiten Weltkrieges. Doch im Mittelpunkt steht die Beziehung, ich meine damit nicht eine einzige, bestimmte Beziehung, sondern aus jeder Sichtweise eine andere Beziehung zu anderen Personen.
Dieses Buch würde ich jedem empfehlen, der historische Romane mit Freuden liest. Dazu gesagt werden muss aber, dass dieses Buch eine Fortsetzung des Romans „das Haus am Alsterufer“ ist. Ich persönlich finde, dass man den ersten Teil nicht gelesen haben muss um die Handlung zu verstehen. Dies ist jedoch jedem selbst überlassen.

Ich vergebe vier von fünf Sternen

"Der Himmel über München" von Katharina Lankers

Auf der Erde können sich Theresa und Simon nicht entscheiden, miteinander können sie nicht und ohne einander auch nicht. Immer wieder denken sie aneinander doch ihre Treffen enden meistens im Debakel.
Im Himmel dagegen tun die Schutzengel alle ihre Arbeit. Sie passen auf, dass ihren Schützlingen nichts passiert. Doch zwei davon, die Engel von Therese und Simon könne nicht verstehen, warum der Plan so ist wie er ist und möchten ihn unbedingt ändern. Sie schaffen es ihrem Chef davon zu überzeugen, doch dann kommt alles anders.
Die Geschichte ist anfänglich doch etwas lang gezogen und unübersichtlich, denn es passiert oft beiden das gleiche. Das macht die Geschichte auch kaugummiartig. In der Hälfte jedoch bekommt die Geschichte Fahrt, vor allem in der Himmelwelt. Ihr Schutzengel sind wirklich putzig und man muss definitiv in ihren Abschnitten häufig schmunzeln. Auch auf der Erde nimmt das Geschehen allmählich Fahrt auf, doch am Ende kommt alles anders als man glaubt. Der Schreibstil der Autorin ist einfach und daher ist dies ein Buch für zwischendurch. Wirklich anspruchsvoll ist es nur dadurch, dass oft einige Jahre nach vorne gesprungen wird und man dann erst wieder die Bilder vor den Augen neu zeichnen muss.
Doch alles in allem kann ich solide drei Sterne vergeben.

„die Chefin“ von Gaby Köster

Die Bühnenkarriere von Marie ist nach einem Schlaganfall beendet. Seit sie die Reha beendet hat ist sie alleine. Oft beobachtet sie den gut trainierten Bodybuilder in der Wohnung gegenüber. Als dieser sie entdeckt beginnt eine aufregende Zeit.
Es ist das 2. Buch dieser Autorin. Wieder hat sie es geschafft, den Leser vollkommen in das Buch einzusaugen. Die Geschichte wird hautnah miterlebt und dank des weitgehend einfachen Schreibstils (wenn man die verschiedenen Dialekte mal nicht beachtet) leicht zu lesen. Die eben angesprochenen Dialekte noch an der Sache zusätzlich etwas auf, sie bieten Abwechslung und bringen Lebendigkeit ins Buch.
Doch leider muss ich auch sagen, dass an manchen Stellen die Geschichte doch etwas flach wirkt, natürlich hat die Autorin von vornherein einen ich sage mal direkten Schreibstil, aber diese ist leider an vereinzelten Stellen unpassend.
Ich vergebe 4 von 5 Sternen ein wirklich abwechslungsreiches und ansprechendes Buch.

"Ein Hund zu Weihnachten" von Greg Kincaid

Das örtliche Tierheim veranstaltet eine Aktion, bei welche die Hunde über die Weihnachtsfeiertage bei einer Gastfamilie weilen sollten. Danach können Sie wieder zurückgebracht werden. Der Sohn eines Kriegsheimkehrers erfährt von dieser Aktion und versucht seinen Vater eindringlich davon zu überzeugen, einen eigenen Gasthund aufzunehmen.
Der Autor hat es geschafft, mit dieser Geschichte wirklich einen Dank an alle ehrenamtlichen Helfer im Tierheim zusenden. Die Darstellung des Tierheim, sowie die Freundlichkeit und verständnisvolle Art der Tierpfleger sind wirklich super dargestellt. Auch die Geschichte ist mit dem fürs Thema nötigen Gefühl versehen. Der Schreibstil ist recht einfach gehalten und somit kann das Buch innerhalb von kürzester Zeit „verschlungen“ werden.
Der einzige Kritikpunkt, welcher ich habe ist, dass die Darstellung des Autisten leider nicht ganz so originalgetreu dargestellt ist. Da ich viel mit solchen Erkrankungen zu tun habe kann ich dies meiner Meinung nach recht gut beurteilen. Ich bin der Meinung, dass die Darstellung leider recht oberflächlich gehalten wurde und nicht in der vollen Intensität auftritt. Diese Oberflächlichkeit lässt das ganze leider unrealistisch erscheinen, hier hätte man etwas mehr auch in die Tiefe der Sicht dieser Personen gehen sollen.
Doch trotzdem ist die Geschichte wirklich ganz ordentlich und einfallsreich dargestellt.
Ich vergebe 3,5 von 5 Sternen.

„Homo Faber“ von Max Frisch

Walter Faber ist ein gewissenhafter Mensch. Er arbeitet zu viel, möchte sich aber keine Auszeit gönnen. In der Frauen Welt ist der unentschlossen und lebt in vollkommener Spontanität. Eines Tages beginnt er eine Schiffsreise, welche sein Leben für immer verändern wird...
Der Anfang des Buches verläuft schleppend und das rein denken ist schwierig. Erst nach guten 3/4 des Buches wird es einigermaßen interessant. Der Schreibstil des Autors ist recht kompliziert, oft mit Einwürfen, die nicht essenziell zum Inhalt des Buches beitragen. Wenigstens die verschiedene Schriftarten erleichtern die Orientierung im Buch.
Ich habe das Buch als Schullektüre gelesen und hätte aber nicht gedacht, dass ich für 200 Seiten (lese ich normalerweise innerhalb von einem Tag) etwas länger als eine Woche gebraucht habe.
Ich vergebe 3 von 5 Sternen

„Das Hacke Peter Prinzip“ von Sascha Grammel

Der Komiker Sascha Grammel ist ein Bauchredner. In seiner Bühnenshow hat er 3 Helfer, einen Vogel, eine Schildkröte und einen Hamburger. Der Hamburger ist ein Wissenschaftler (Fachbereich Ernährung), aus dieser Sicht ist das Buch geschrieben.

Das Buch ist ein Erlebnis, denn der Leser wird aktiv mit einbezogen und da der Hamburger immer wieder vom aktuellen Thema abschweift wird das Buch eigentlich zu einem heillosen Chaos, jedoch gehört das zur Figur und spiegelt sich auch in der Bühnenshow wieder. Auch die anderen beiden Figuren werden in Form eines Wortes mit in die Geschichte einbezogen (wenn es nach dem Kopf des Wissenschaftlers geht soll dieses Buch ein Ernährungsberater sein).
Wie schon erwähnt habe ist dieses Buch für Personen, welche diesen Komiker vorher noch nie auf der Bühne gesehen haben das totale Chaos. Ich würde empfehlen, vor der Lektüre dieses Buches erst einmal eine seiner Schoß anzuschauen um nicht ganz so verwirrt zu sein. Wenn man von diesen Verwirrungen absieht ist der Schreibstil doch relativ einfach (auch wenn man teilweise ewige Schlangensätze vorfindet). Die Sprache ist auch nicht so schwer, denn es ist auch nur ein Pseudowissenschaftler.

Ich vergebe für dieses Buch 3,5 von 5 Sternen.

„Frühstück mit Barney“ von Dick Wolfsie


Der Fernsehmoderator Dick ist eines Tages auf dem Weg zur Arbeit. Auf seiner Türschwelle schauen ihn 2 traurige Augen an. Ein kleiner Beagel sitzt davor und friert, es ist Winter und kalt. Er lässt ihn ins Haus, doch
als er 4 Stunden später von seiner morgendlichen Sendung zurückkommt findet er das einzigartige Grauen. Das gesamte Haus wurde von dem Hund auf den Kopf gestellt, alles zerstört und der Müll umgeworfen. Seine Frau, sichtlich genervt und sein Sohn traurig, weil das Spielzeug zerstört wurde. Doch er kann diesen Hund nicht mehr weggeben, ihn aber auch nicht alleine zu Hause lassen, denn wenn man ihn einmal aus den Augen lässt ist das Grauen vorprogrammiert. Also nimmt er ihn mit zur Arbeit, was sich zu einer einzigartigen Karriere entpuppt.
Diese Geschichte ist unglaublich ergreifend geschrieben. Der Autor hat es geschafft den Charakter der Menschen, so wie der des Hundes in einer Weise darzustellen, wie es nur selten Autoren gelingt. Von der 1. Seite an kann man sich vollkommen in die Personen und die Tiere hineinversetzen und taucht in die Geschichte ein. Auch das cover halte ich für passend, denn der Wunsch steht im Vordergrund, in der Karriere, sowie im Leben zu Hause.
Ich würde dieses Buch jedem empfehlen, der etwas sucht, für zwischendurch, zur Ablenkung oder für Hundeliebhaber.

"Ein guter Tag zum Leben" von Lisa Genova

Plötzliche Wutanfälle, ständig zerbrochene Gegenstände und ein Körper außer Kontrolle. Das sind Symptome von Chorea Huntington. Eine genetische unaufhaltsame Krankheit, welche dem Betroffenen mit der Zeit die gesamte Kontrolle über den eigenen Körper nimmt. So geschieht es auch mit Jo, ein Cop aus Boston, zuständig für die Sicherheit der Stadt. Er hat ein Haus, eine Frau und 4 Kinder. Als die Krankheit festgestellt wird erklärt man ihm, dass es eine 50-prozentige Vererbungschance gibt. Dann stellt sich doch die Frage, welches Ausmaß diese tückische Krankheit in dieser Familie hat. Wie lebt man damit und wie ist man den betroffenen Kindern ein Vorbild?
Die Autorin hat es geschafft mit diesem Buch ein Werk zu schaffen, welches einen wunderbaren Einblick in die Tücken dieser Krankheit bietet. Die Charaktere sind einzigartig und sehr gut aufgebaut. Man ist sofort mit ihnen in einer Beziehung. Der Leser leidet mit jedem betroffenen Familienmitglied auf seine Weise mit. Durch fachliche Einleitungen in einzelne Abschnitte der Krankheit liefert das Buch auch Hintergrundwissen. Die Gefühle sind in diesem Buch einer großen Rolle zugeschrieben. Da liegt es nahe, dass auch der Leser hin und wieder eine Träne verdrücken muss.
Es ist ein sehr gefühlvolles Buch, was ich jedem empfehlen kann, der sich gerne mal harten Themen stellt. Durch die gefühlvolle Schreibweise und durch witzige Abschnitte wird das ganze aufgelockert und wirkt nicht langweilig oder träge.
Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

Freitag, 29. Januar 2016

"Das Mädchen auf den Klippen" von Lucinda Riley

Nach einer Fehlgeburt verschwindet Grania zu ihren Eltern. Sie braucht Abstand von ihrem Freund mit ihrem weiteren Leben klarzukommen. Als sie während eines Spaziergangs über die Klippen einem Schlaf wandelnden Mädchen begegnet wird sich ihr Leben von Grund auf verändern. Sie versteht nicht, warum ihre Mutter aufgrund dieser Begegnung so besorgt ist, alle scheinen alles zu wissen, nur sie hat keine Ahnung und nimmt die Stellung als Kindermädchen, bei dem armen kleinen Mädchen an. Jetzt beginnt eine Zeit des Wandels. Erleben wird sich von Grund auf verändern aber nur zum positiven.
Dieses Buch ist der Autorin wunderbar gelungen. Der Schreibstil ist einfach und die Geschichte dahinter so emotional, dass am Ende Tränen garantiert sind. Die Liebe spielt in diesem Buch eine große Rolle, geht allen Bereichen, in welchen sie vorkommen kann
Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der auch mal zwischendurch ein emotionales Feuerwerk der Gefühle braucht.
Für mich ganz klare 5 von 5 Sternen!